Patrizia Laeri: «Ohne meine Kinder wäre ich vollkommen abgestürzt»

Zum Internationalen Tag der Witwen spricht Patrizia Laeri über den Verlust ihres Ehemannes. Für ihre Söhne musste die Unternehmerin nach aussen stark bleiben.

Das Wichtigste in Kürze
- Unternehmerin Patrizia Laeri verlor ihren Ehemann im Mai 2024 an Krebs.
- Mit der Trauer könne sie mittlerweile besser umgehen, auch wenn diese nie verschwinde.
- Halt fand sie bei ihren beiden Söhnen, für die sie hinauswachsen musste.
Wie geht das Leben weiter, wenn einer der wichtigsten Teile auf einmal wegbricht? Es ist eine Frage, die Patrizia Laeri (49) seit mittlerweile über zwei Jahren beschäftigt.
Im Mai 2024 verstarb ihr Ehemann, den sie kurz zuvor noch geheiratet hatte, an einem aggressiven Hirntumor. 13 Monate kämpfte der Familienvater gegen die Krankheit. Für die Unternehmerin und ihre beiden Söhne war es eine Phase zwischen Hoffnung und Verzweiflung.
«Gerade wenn man Kinder hat, probiert man einfach zu funktionieren. Die Kinder wollen einen stark sehen und beobachten einen ganz genau», erklärt Laeri im Gespräch mit Radio SRF 1.
Ohne Unterstützung «geht es nicht»
Seit dem Verlust ihres Partners ist Trauer der ständige Begleiter im Alltag der Finanzexpertin. Ihr Leben bezeichnet sie als «Parallelwelt», in der Trauer nicht einfach wieder verschwindet. Man lernt jedoch, besser damit umzugehen – gerade, wenn andere Familienmitglieder im Spiel sind.
Die zweifache Mutter musste weiterhin funktionieren, ihre beiden Söhne sieht sie deshalb als eine Art Lebenselixier. «Eltern wachsen oft extrem über sich hinaus. Ich weiss über mich, dass ich ohne meine Kinder vollkommen abgestürzt wäre», gesteht sie.
Zusätzlichen Halt fand die frühere SRF-Moderatorin in ihrem persönlichen Umfeld, bei Freundinnen und Frauennetzwerken. Laeri stellt klar, wie viel ihr die Unterstützung von aussen bedeutet: «Alleine geht es gar nicht. Meine Eltern konnte ich aus gesundheitlichen Gründen nicht beanspruchen.»
Patrizia Laeri rät zu getrennten Konten
Um das Trauma ein Stück besser zu bewältigen, widmete sich die Unternehmerin weiterhin «sinnstiftend» ihrer Arbeit. Mit ihrer Plattform ellexx unterstützt Patrizia Laeri insbesondere Frauen in Finanzfragen. Dass ein Todesfall neben der emotionalen Belastung auch finanzielle Probleme mit sich ziehen kann, weiss sie aus eigener Erfahrung.

Über zwei Jahre habe es gedauert, bis ihr Nachlass geregelt gewesen sei. Zugriff auf die gemeinsamen Konten hatte die Zweifach-Mutter in dieser Zeit keinen. Laeri rät deshalb, immer ein eigenständiges Konto zu führen.
Besonders bedrohlich schätzt sie die finanzielle Gefahr bei Eltern ein, die nicht verheiratet sind. «Mit Kindern ist die Heirat im heutigen System immer noch die beste Absicherung», erklärt die frühere Wirtschaftsjournalistin.
Überaus sei es wichtig, über den «schlimmsten Fall» nachzudenken. In Anbetracht dessen, was für den jeweiligen Partner und die gemeinsamen Kinder als sinnvolle Lösung infrage kommt.











