Stadt Zürich

Lärm-Zoff: Zürcher Public Viewing streicht späte WM-Spiele

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Zürich,

Ein Public Viewing in Zürich zeigt auch WM-Matches, die erst um 22 Uhr starten. Das sorgt für Zoff.

WM
Die Gäste des Public Viewing im Zürcher Bullingerhof konnten bisher auch bei den Matches spätabends mitfiebern. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem Quartier im Zürcher Kreis vier darf der Veranstalter WM-Matches bis 23.30 Uhr übertragen.
  • Der Veranstalter kämpft aber mit Lärmgeplagten.
  • Der Stadt Zürich gab er an, keine späten Übertragungen mehr zu zeigen.

Die Fussball-WM in den USA macht eingefleischte Fans zu Nachteulen. Manche Matches finden am späten Abend oder mitten in der Nacht statt. Für Public Viewings gibt es strenge Auflagen.

Unter der Woche und am Sonntag erlaubt die Stadt Zürich nur Live-Übertragungen, die spätestens um 21 Uhr starten. 15 Minuten nach Spielschluss müssen die TV-Geräte ausgeschaltet werden. Dies gilt für Gartenwirtschaften und Boulevard-Cafés.

Die Gäste des Public Viewings im Bullingerhof im Zürcher Kreis vier können aber auch zu späterer Stunde mitfiebern. Der Veranstalter hat auf ein Gesuch hin eine Bewilligung der Stadt Zürich für die Übertragung bis 23.30 Uhr erhalten. Dies bestätigt eine Mediensprecherin der Stadt gegenüber Nau.ch.

Kein Match um 22 Uhr

Das Public Viewing im Bullingerhof zeigte deshalb zum Beispiel das Spiel zwischen Holland und Japan. Auch die Matches England-Kroatien und Deutschland-Elfenbeinküste konnte das Publikum um 22 Uhr dort sehen.

Der Eintritt für das abendliche Fussballvergnügen kostet fünf Franken.

Beim Match zwischen England und Ghana am Dienstagabend schauten die Fans jedoch in die Röhre. Ein Anwohner stellte fest, dass dieses Spiel nicht übertragen wurde.

Sollen Public Viewings WM-Spiele mit Start um 22 Uhr übertragen?

«Es fiel mir auf, weil es früher als sonst bei späten Matches ruhig war», sagt er zu Nau.ch. Oft sei es bis spät in die Nacht laut.

«Das Gespräch gesucht»

Auch der Match am heutigen Donnerstagabend um 22 Uhr soll im Bullingerhof nicht mehr über den Bildschirm flimmern. Um diese Zeit tritt Deutschland gegen Ecuador an.

Die Stadtpolizei Zürich registriert im Zusammenhang mit dem betreffenden Public Viewing eine Lärmklage. Diese ging laut einem Mediensprecher in der Nacht vom 13. auf den 14. Juni ein.

Damals spielte die Schweiz gegen Katar – und sorgte mit dem Unentschieden für grosse Enttäuschung. Allerdings startete der Match bereits um 21 Uhr.

Eine Mediensprecherin des Sicherheitsdepartements der Stadt Zürich teilt am Mittwoch auf Anfrage mit: «Wir haben im Zusammenhang mit der Lärmklage mit dem Veranstalter das Gespräch gesucht. Er gab darauf an, dass er keine Spiele mit Start um 22 Uhr mehr übertrage.»

Eine entsprechende Auflage habe ihm die Stadt aber nicht erteilt.

Zu den Übertragungszeiten will sich der verärgerte Verantwortliche auf Anfrage nicht weiter äussern. Heute Donnerstag postete er dafür auf Instagram, der Ofen «bleibt heute aus».

Doch inzwischen ist klar: Ganz vorbei mit den späten Abendmatches ist es nicht.

Ab morgen Freitag werden wieder Spiele gezeigt. Auch die Partie Kroatien gegen Ghana am Samstag, die erst um 23 Uhr beginnt. Die spätesten Spiele, die gezeigt würden, seien jene mit Anpfiff 23.30, heisst es neu.

Verantwortliche reduzierten schon die Lautstärke

Das Public Viewing wird vom lokalen Quartierverein veranstaltet, die Klagen kommen aus der Nachbarschaft.

Im Vorfeld des Spiels England-Kroatien habe sich eine Nachbarin bei ihm gemeldet, sagt der Verantwortliche zu Nau.ch. Darauf hätten die Veranstalter die Tonübertragung auf eine minimale Lautstärke reduziert.

«Zudem bitten wir alle Gäste nach Schlusspfiff, auf das Ruhebedürfnis der Nachbarn Rücksicht zu nehmen, was bisher gut geklappt hat.»

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