FC Zürich

    FCZ legt gegen Kurvensperrungen Rekurs ein

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Zürich,

    Der FCZ und fünf Fans legen Rekurs gegen die Kurvensperrungen ein. Sie wollen einen Präzedenzfall schaffen, damit die Behörden die Praxis überdenken müssen.

    Kurvensperrung
    Der FC Zürich geht gerichtlich gegen die Sperrung der Südkurve vor. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der FC Zürich legt Rekurs ein gegen die Sperrung seiner Kurve.
    • Diese Praxis habe keine rechtliche Grundlage, argumentiert Präsident Canepa.
    • Er hofft auf einen Sieg und auf eine Signalwirkung an die Behörden.

    Zuletzt wurden mehrere Fankurven in Schweizer Fussballstadien wegen Ausschreitungen der Fans gesperrt. Am Mittwoch traf es auch die Südkurve des FCZ. Die Fans tauchten einfach an einem anderen Ort im Letzigrund auf. Gegen die Massnahme regt sich grosser Widerstand, der FC Zürich zieht nun vor Gericht.

    Die Kurvensperrungen sind Teil eines aktuell getesteten Kaskadenmodells. Anhand dessen sollen Sanktionen für das Fehlverhalten der Fans ausgesprochen werden. Die Strafen reichen von verpflichtendem Dialog mit den Behörden bis zum Entzug der Bewilligung und damit zur Forfait-Niederlage.

    Canepa
    Ancillo Canepa ist der Präsident des FC Zürich. - keystone

    Gegen die Sperrung vom Mittwoch haben nun der FC Zürich sowie fünf Saisonkarten-Inhaber Rekurs eingelegt. Präsident Ancillo Canepa bestätigt dies gegenüber dem «Blick». Sein Ziel ist es, einen «Grundsatzentscheid zu den neuen Kollektivstrafen» zu erreichen, denn es fehle die rechtliche Grundlage. Bekomme er Recht, hätte dies Signalwirkung und die Praxis müsste überarbeitet werden.

    Wie der «Blick» schreibt, ist unklar, ob das Kaskadenmodell rechtlich überhaupt Bestand hat. Es stützt sich bei den Kurvensperrungen auf das Hooligan-Konkordat. Doch laut einem Bundesgerichtsentscheid dürfen mit den Massnahmen keine Ausschreitungen ausserhalb des Stadions bestrafen werden.

    Und auch Canepa sagt, das Konkordat lasse präventive Massnahmen zu, als Strafe seien Kurvensperrungen aber nicht zugelassen. Er findet es auch stossend, dass 4000 Fans für das Fehlverhalten einiger weniger bestraft würden. Zumal die Vorfälle weit vom Stadion entfernt stattgefunden haben. Es liege ausserhalb des Einflussbereichs des Vereins, so der Präsident.

    Was halten Sie von den Kurvensperrungen?

    Auch Manuela Schiller, die Anwältin der fünf klagenden Fans, sagt: «Die Kollektivstrafen sind völlig unverhältnismässig.» Es fehle die rechtliche Grundlage. Kurvensperrungen seien wegen ihres strafenden Charakters nicht erlaubt.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    fc zürich
    264 Interaktionen
    Nach Ausschreitungen
    Karin Rykart
    248 Interaktionen
    Zürich
    FC Zürich Südkurve
    252 Interaktionen
    Nach Sektor-Sperrung

    Mehr FC Zürich

    Hakan Yakin
    4 Interaktionen
    «Hatsch-Klartext»
    André Breitenreiter FC Zürich
    Ex-FCZ-Meistermacher
    FC Zürich
    12 Interaktionen
    Fan-Zoff
    FC Zürich Damienus Reverson
    Mehrere Wochen

    Mehr aus Stadt Zürich

    1 Interaktionen
    Zürich
    -
    36 Interaktionen
    Sparmassnahmen
    zff
    70 Interaktionen
    Luxus-Outfits

    Mehr aus Zürich

    12 Interaktionen
    407 Mio.!