Das sagt Christoph Blocher zur SVP-Bundesratswahl

Die SVP brauche für die Bundesratswahlen Führungspersönlichkeiten mit Durchsetzungskraft. Christoph Blocher erklärt, worauf es bei der Auswahl ankommt.

Das Wichtigste in Kürze
- Christoph Blocher schreibt heute über die Anforderungen an die nächsten SVP-Bundesratskandidaten.
- Für ihn stehen dabei Führungskompetenz und Durchsetzungsvermögen im Vordergrund.
- Seine Kolumne heisst «Blochers Klartext» und erscheint alle drei Wochen.
Eine Journalistin hat geschrieben, unsere Bundesräte seien gewissermassen die Schweizer «Royals». Nun, allzu viel Glanz und Glitzer umgibt sie zum Glück nicht, dafür erzeugen sie weniger Skandale. Die Schweiz ist ein glückliches Land, weil es in der Regierung keine Genies oder überragende Persönlichkeiten braucht.
Dennoch erfordert das Amt eines Bundesrates heute höhere Anforderungen. Mittlerweile geht es allein beim Bund um Jahresausgaben von gegen 100 Milliarden.
Speziell bei zwei Departementen ist der Führungsbedarf offenkundig: Im Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) und im Verteidigungsdepartement (VBS).
Die SVP muss nach dem Rücktritt von Bundespräsident Guy Parmelin damit rechnen, dass sie entweder das EJPD mit dem verwahrlosten Asylwesen oder das VBS mit einer heruntergewirtschafteten Armee übernehmen muss.

Anspruchsvolle Departemente
Die Bewerber der SVP müssen diese anspruchsvollen Departemente führen und in Ordnung bringen können. Wenn Sie dazu fähig sind, können sie auch alle anderen Departemente leiten, wenn eines dieser ihnen zufallen sollte.
Wenn das Wirtschaftsdepartement nicht in SP-Hände fallen soll, müsste allenfalls die SVP dieses übernehmen, was kein Problem ist. Dann würde Beat Jans (SP) auf den Rücktritt von Ignazio Cassis (FDP) warten und das Äussere übernehmen. Dort kann ein Bundesrat nicht allzu viel Schaden anrichten.
Wer kann führen?
Das heisst für die SVP: Ob Deutsch- oder Westschweizer, ob Mann oder Frau, ob aus einem kleinen oder grossen Kanton stammend, ist jetzt nebensächlich.
Entscheidend ist einzig, ob er oder sie führen und sich gegen die Verwaltung durchsetzen kann.
Dies sollte die Person in ihrer bisherigen beruflichen und politischen Tätigkeit bewiesen haben. Es braucht diesmal ein Anforderungsprofil in diesem Sinne.

Zum Autor
Christoph Blocher (*1940) ist Alt-Bundesrat (SVP). Er prägte die Ems-Chemie jahrzehntelang als Direktor und Besitzer, bevor er das Unternehmen 2003 im Zuge seiner Wahl in den Bundesrat an seine Kinder übergab. Christoph Blocher ist via seiner Firma ROBINVEST AG auch an der Interact Media Group AG (Beteiligung 15 Prozent), der Herausgeberin von Nau.ch, beteiligt. Seine Kolumne erscheint alle drei Wochen.







