Adi Noventa: Ex-GC-Star am Protestmarsch in Liechtenstein

Der frühere Fussballstar reiste von Zürich nach Liechtenstein, um gegen das Veto des Erbprinzen zur Fristenlösung zu demonstrieren.
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Das Wichtigste in Kürze
- Rund 250 demonstrierten in Liechtenstein gegen das Veto des Erbprinzen zur Fristenlösung.
- Mit dabei: der GC-Titelheld Adi Noventa.
- Mit 76 Jahren betrat Noventa politisches Neuland – aus Solidarität mit Frauen und der jungen Generation.
Adi Noventa hat im Fussball Geschichte geschrieben. Als erster Liechtensteiner setzte er sich im Schweizer Spitzenfussball durch, feierte mit den Grasshoppers Meistertitel und Cupsieg.
Am Samstag schrieb der 76-Jährige ein anderes Kapitel: Statt auf dem Rasen stand er in Vaduz auf der Strasse – Seite an Seite mit rund 250 Menschen, die gegen das Veto von Erbprinz Alois zur Lockerung des Abtreibungsrechts protestierten.

«Das war das erste Mal, dass ich an einem Protestmarsch teilgenommen habe», sagt Noventa. Für den ehemaligen GC-Star war die Reise von seinem Wohnort Zürich ins Fürstentum eine bewusste Entscheidung. Er wollte sich mit der jüngeren Generation im Allgemeinen und mit den Frauen im Speziellen solidarisieren.
Gute Argumente statt wütender Parolen
Die Demonstration stand unter dem Motto «Kommt wütend! Kommt zahlreich!». Auf den Schildern war die Enttäuschung über das Veto unübersehbar.
«Alois, wir sind nid böös, aber sehr sehr enttüscht» stand auf einem Plakat. Ein anderes brachte die Stimmung auf den Punkt: «Hässig, aber ned überrascht».
Noventa erlebte den Protest allerdings nicht als Krawallveranstaltung. «Die Demonstration ist sehr geordnet verlaufen – und die Teilnehmer haben mit guten Argumenten überzeugt», sagt er. Ob die Kundgebung den Erbprinzen zum Umdenken bewegen könne, wisse er nicht. «Aber ich hoffe es.»
Wenn das Veto den Volkswillen stoppt
Der Konflikt hat eine grundsätzliche Dimension. Anfang September hatte sich der Liechtensteiner Landtag mit 13 zu 12 Stimmen für die Fristenlösung ausgesprochen.
Die Initiative, die einen Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate ermöglichen sollte, hatte knapp 5000 Unterschriften gesammelt. Doch Erbprinz Alois legte sein Veto ein. Er begründete dies mit dem unzureichenden Schutz des ungeborenen Lebens.
Für Noventa geht es damit auch um das Verhältnis zwischen Monarchie und Demokratie. «Es ist nicht mehr zeitgemäss, dass der Fürst und der Erbprinz durch ihr Vetorecht den Volkswillen ausbremsen.»
Der Mann, der einst als Fussballpionier seines Landes Schweizer Titel gewann, musste am Samstag keine Tore schiessen. Seine Präsenz in Vaduz war dennoch ein Statement: Manchmal reicht es, hinzufahren, Haltung zu wahren und zu zeigen, dass einem eine Sache nicht gleichgültig ist.












