Stadt Zürich

    Linksextreme Aktivistin (76) muss 12 Monate in Haft

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional, Nico Leuthold

    Zürich,

    Am Mittwochmorgen stand eine Aktivistin (76) aus linken Kreisen in Zürich vor Gericht. Vor dem Gebäude versammelte sich eine Solidaritätsdemo.

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    Andrea Stauffacher (76) steht am Mittwochmorgen in Zürich vor Gericht. Gleichzeitig findet eine Solidaritätsdemo statt. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die linke Aktivistin Andrea Stauffacher stand am Mittwochmorgen in Zürich vor Gericht.
    • Zu ihrer Unterstützung versammelte sich vor dem Gerichtsgebäude eine rund 70-köpfige Solidaritätsdemo.
    • Mittlerweile wurde ein Urteil gesprochen: Die Aktivistin muss zwölf Monate in Haft.

    Zum wiederholten Mal muss sich Aktivistin Andrea Stauffacher (76), die dem linksextremen Umfeld zugerechnet wird, in Zürich vor Gericht verantworten.

    Erst im März liess sie einen geplanten Prozess platzen. Denn: Sie tauchte nicht auf.

    Stauffacher stand wegen mehrerer Delikte vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft forderte, sie wegen Landfriedensbruchs, mehrfacher Gewalt und Drohung gegen Behörden und Teilnahme an einer unbewilligten Kundgebung zu verurteilen.

    Andrea Stauffacher
    Andrea Stauffacher an ihrer Solidaritätsdemo am Mittwochmorgen in Zürich. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Bestraft werden sollte sie nach Willen der Staatsanwaltschaft mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Busse. Auch ein DNA-Profil soll erstellt werden.

    Nun ist klar: Die 76-Jährige muss hinter Gitter. Sie wurde zu einer unbedingten Haftstrafe von zwölf Monaten verurteilt.

    Solidaritätsdemo für Angeklagte verlief friedlich

    Vor dem Urteilsspruch kam es Mittwochmorgen kam es zu einer Solidaritätsdemo. Zu diesem Anlass versammelten sich vor dem Gerichtsgebäude in Zürich rund 70 Personen.

    Der Demozug machte sich vom Gericht her auf den Weg zur Langstrasse. Dabei wurde vereinzelt Feuerwerk gezündet.

    Demo
    In Zürich fand am Mittwochmorgen eine Solidaritätsdemo für Aktivistin Andrea Stauffacher statt. Ihr drohen 15 Monate Haft. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Vor Ort wurden Reden gehalten. Auch Stauffacher selbst meldete sich dabei zu Wort.

    Die Aktivistin weigerte sich denn auch, sich für den Prozess im Gerichtsgebäude einzufinden. Sie zog es vor, draussen bei ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern zu bleiben.

    War bei Krawall-Demo dabei

    Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegenüber Andrea Stauffacher stehen im Zusammenhang mit zwei unbewilligten Demonstrationen in Zürich und Basel.

    Im Februar 2022 soll sich Stauffacher gemäss Anklageschrift in Zürich einer Gegendemonstration der Szene «Zürich Nazifrei» angeschlossen haben. Rund 2000 Personen zogen durch die Innenstadt.

    Sollte härter gegen gewalttätige Demonstrationen durchgegriffen werden?

    Aus der Gruppe heraus griffen Vermummte die Polizei an, warfen Pflastersteine und Restaurantmobiliar und beschädigten mehrere Polizeiautos. Es entstand Sachschaden von tausenden Franken. Stauffacher war über eineinhalb Stunden mittendrin.

    Hielt bei eskalierter Demo eine Rede

    Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Februar 2023 in Basel bei einer Demonstration unter dem Motto «Die Klimakrise ist jetzt!». Dort marschierten bis zu 500 Personen durch die Strassen.

    Demonstrierende bewarfen die Polizei mit Steinen, Farbflaschen und Knallkörpern. Mehrere Polizisten erlitten Verletzungen, darunter Gehörtraumata und Brandwunden.

    Auch hier befand sich Stauffacher laut Anklage in den vordersten Reihen. Zudem soll sie eine Rede gehalten haben und trotz Gewalt in der Menge geblieben sein.

    Kommentare

    User #5981 (nicht angemeldet)

    Warum hat man die vermummten Unterstützer-Demonstranten nicht eingekesselt und einer Personenkontrolle unterzogen? Man wüsste dann konkret wer diese Leute sind. Man muss diese Leute aus der Anonymität holen, dann gehen die kriminellen Taten dieser Szene zurück. Das Urteil finde ich eher zu mild, die Person ist mehrfach einschlägig vorbestraft, u.a. auch wegen Sprengstoff-Anschlag.

    User #6304 (nicht angemeldet)

    Bei solchen Kriminellen nützt eben die Schengen Aussengrenze auch nicht Beat.

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