Zürcher Just-Eat-Kuriere streiken heute unangekündigt!

Du wolltest heute Pizza oder Sushi beim Lieferdienst Just Eat bestellen? Daraus wird in Zürich nichts. Von 11 bis 22 Uhr legen die Kuriere ihre Arbeit nieder.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Kuriere protestieren gegen Entlassungen und den Abbau direkter Anstellungen.
- Just Eat will künftig stärker auf Selbstständige und externe Subunternehmen setzen.
- Die Beschäftigten fordern den Stopp der Entlassungen und ernsthafte Verhandlungen.
Jetzt greifen die Just-Eat-Kuriere zum Streik: Heute Sonntag legen die Beschäftigten in Zürich und Glattal ZH zwischen 11 und 22 Uhr die Arbeit nieder. Damit protestieren sie gegen die geplante Massenentlassung und den Abbau direkter Anstellungen, meldet die Gewerkschaft Syndicom. Ausgerechnet am umsatzstärksten Tag.
Mehr als die Hälfte der Schichten waren am Mittag wegen des Streiks ausgefallen, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Syndicom am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.
Etwa sieben Angestellte hatten an den beiden Standorten ihre Arbeit niedergelegt, wobei erwartet wurde, dass sich am Abend noch mehr Kurierinnen und Kuriere am Streik beteiligen würden. Auch die Angestellten anderer Lieferstandorte hätten ihre Bereitschaft geäussert, am Streik teilzunehmen, so der Sprecher weiter.

Der Streik betraf die Mittags- und Abendschicht bis 22 Uhr und wurde auf einen Tag angesetzt. «Wir streiken, weil wir verhandeln wollen», sagte der Sprecher am Sonntagnachmittag. Bisher habe es von der Arbeitgeberin keine Anzeichen für eine Verhandlung gegeben.
Den Beschluss dazu hatten die Beschäftigten nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstag gefasst, nachdem ihre Protestaktion Ende Oktober wirkungslos geblieben war. Auslöser war die von Just Eat vor ein paar Tagen angekündigte Massenentlassung, wie einem Schreiben an die Medien zu entnehmen war. Rund 500 betroffenen Kurierinnen und Kurieren droht laut der Belegschaft die Kündigung.
Die Angestellten fordern den Stopp des Stellenabbaus sowie eine Verlängerung des Konsultationsverfahrens bis zum 30. November. Ob der Streik in den nächsten Tagen an weiteren Standorten fortgeführt würde, war zunächst nicht bekannt.
Gerichtsurteil schützt Arbeitsplätze in der Westschweiz
Der Essenslieferdienst Just Eat hatte die Reorganisation am 22. Oktober mit veränderten Kundenbedürfnissen begründet. Die Nachfrage nach Lieferungen verteile sich zunehmend über den ganzen Tag und reiche bis in die Nacht.
Mit fest angestellten Kurieren und Schichtplänen, die zwei Wochen im Voraus festgelegt würden, lasse sich diese Flexibilität nicht gewährleisten.
In Städten wie Zürich, Bern, Basel oder Winterthur sollen deshalb Selbstständige zum Einsatz kommen, während Kuriere in der Westschweiz aufgrund eines Gerichtsurteils angestellt bleiben.
Eine Nau.ch-Anfrage bei Just Eat zum heutigen Streik ist ausstehend.




