Homophober Imam in Zürich ist weg vom Fenster

Der Schweizer Imam Bashkim Aliu hat nach homophoben Aussagen seine Ämter in muslimischen Organisationen aufgegeben. Die Organisationen distanzieren sich von ihm

Das Wichtigste in Kürze
- Der Imam Bashkim Aliu verliert nach homophoben Aussagen seine Ämter bei Vioz und Fids.
- Der einflussreichste Schweizer Imam bezeichnete die Pride Pristina 2017 als «Parade der Schande».
- Muslimische Organisationen distanzieren sich von Alius Aussagen und bekennen sich zum Rechtsstaat Schweiz.
Ein bekannter islamischer Geistlicher in Zürich hat alle seine Ämter niedergelegt. Bashkim Aliu war bisher die höchste theologische Instanz der Vereinigung islamischer Organisationen Zürich (VIOZ). Das berichtet die «Sonntagszeitung».
Doch Aliu trat nicht nur selbst zurück. Auch der nationale Dachverband der Schweizer Muslime (FIDS) enthob ihn seiner Ämter. Damit verliert Aliu auf kantonaler und auch auf nationaler Ebene seine Funktionen.
Dies geschah, nachdem die FIDS mit homophoben Aussagen Alius, und seinen Kontakten in islamistische Kreise konfrontiert wurde.
Aliu vertrat er immer wieder eine streng ideologische Auslegung des Islams. So bezeichnete er zum Beispiel eine Pride-Veranstaltung in der kosovarischen Hauptstadt Pristina als «Parade der Schande».
Ausserdem nahm er 2024 in Katar an einer Konferenz teil, die Verbindungen zur Muslimbruderschaft gehabt haben soll.
Muslimische Organisationen distanzieren sich
Die beiden muslimischen Organisationen betonten, dass sie sich zum Schweizer Rechtsstaat bekennen. Homophobie lehnten sie ausdrücklich ab. Sie distanzieren sich damit von den Aussagen ihres ehemaligen Vertreters.
Der Fall wird auch politisch relevant, wegen der Finanzierung der muslimischen Organisationen. Die Stadt Zürich unterstützt die VIOZ jährlich mit 50'000 Franken, so die «Sonntagszeitung».
Der Kanton Zürich zahlte der Vereinigung zwischen 2017 und 2025 insgesamt 2,5 Millionen Franken. Ob die Behörden nun eine Überprüfung der Zahlungen einleiten, ist noch offen.
Anfeindungen gegen Homosexuelle sind in der Schweiz omnipräsent. Im Jahr 2025 stabilisierten sich die Meldungen bei der LGBTIQ-Helpline mit 281 auf hohem Niveau. Im Vorjahr verzeichnete die Organisation 309 Meldungen.
Brauchst du Hilfe?
Die LGBTIQ‑Helpline bietet vertrauliche und kostenlose Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans, nicht-binäre, inter und queere Personen. Sie hilft unter anderem bei Diskriminierung, Hate Crimes, Fragen rund ums Coming-out sowie bei Beziehung und Sexualität. Erreichbar ist die Helpline telefonisch unter 0800 133 133 oder per E-Mail an [email protected]. Weitere Informationen gibt es unter lgbtiq-helpline.ch.








