Stadt Zürich

Gastro-König Péclard: «Meine Crew hatte Angst bei Okafor-Party»

Mischi Wettstein
Mischi Wettstein, Christoph Böhlen

Zürich,

Noah Okafor (26) gibt seinen Nati-Rücktritt und klagt über fehlenden Respekt. Der Zürcher Gastro-König Michel Péclard versteht Nati-Trainer Murat Yakin.

Noah Okafor
Noah Okafor gibt in der vergangenen Woche seinen Nati-Rücktritt bekannt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Gastro-König Michel Péclard spricht über unangenehme Vorfälle an einer Geburi-Party von Noah Okafor.
  • Diese ereignen sich kurz vor dem Nati-Zusammenzug vor der WM-Kampagne.

Letzte Woche gibt Noah Okafor seinen Nati-Rücktritt bekannt. Der 26-Jährige will nicht mehr unter Murat Yakin spielen. Auf Instagram beklagt sich der Stürmer über verletztes Vertrauen. Er sehe keine Grundlage für «gegenseitigen Respekt und Vertrauen» für die kommenden Jahre.

Noah Okafor
Noah Okafor ist aus der Nati zurückgetreten. - keystone

Dass jetzt ausgerechnet Noah Okafor über fehlenden Respekt klagt, sorgt beim Zürcher Gastro-König Michel Péclard für Verwunderung. Gegenüber Nau.ch berichtet der 57-Jährige nämlich von einem Vorfall, der sich kurz vor dem Einrücken der Nati in die WM-Vorbereitung ereignet hat.

Beim Geburi-Fest wird es ungemütlich

Am Pfingstmontag feiert Noah Okafor seinen 26. Geburtstag in Péclards «Fischer’s Fritz». Im Vorfeld wurde beim Lokal angefragt, ob Okafors Schwester am Morgen die Dekoration im Lokal deponieren könnte.

Doch: «Statt nur zu deponieren, wollte sie aber den Tisch bereits am Nachmittag dekorieren. Dabei kann man sich doch vorstellen, wie viel bei uns an einem solchen Tag los ist», so Péclard.

Michel Péclard
Michel Péclard berichtet über Vorfälle im «Fischer's Fritz». - zVg

Dessen Geschäftsführer erklärt ihr, dass das nicht möglich sei – schliesslich sei der Tisch erst gegen Abend um 17 Uhr reserviert.

«Darauf ist Okafors Schwester ausgerastet, es kommt zu einer hitzigen Diskussion. Auch als sie danach Luftballone im Kühler deponieren will, muss unser Geschäftsführer ablehnen: Wenn wir ‹Full house› haben, sind unsere Kühlschränke logischerweise prall gefüllt», so Péclard.

Trotzdem habe man sich beim «Fischer’s Fritz» danach alle Mühe gegeben, um der Gruppe um Noah Okafor einen schönen Abend zu organisieren. «Wir haben geschaut, dass alles stimmt und ihnen auch unsere Band zur Verfügung gestellt», erklärt Gastro-König Péclard.

Doch der «Frieden» hält nicht bis zum Schluss an, wie der 57-Jährige berichtet: «Als es nach 22.30 Uhr nicht mehr so viele Leute hatte, haben sich fünf durchtrainierte Mitglieder von Okafors Entourage vor meinem Geschäftsführer aufgebaut. Sie fragten ihn, was er sich am Nachmittag zuvor erlaubt habe.»

Gastro-König Péclard: «Das geht gar nicht»

Der Geschäftsführer habe sich danach nochmal für den Vorfall entschuldigt – doch das habe nicht geholfen. «Das reichte ihnen nicht, sie wollten Reue sehen. So etwas habe ich in 25 Jahren im Gastro-Geschäft noch nicht erlebt», erklärt Péclard.

Schweizer Nati
Noah Okafor will nicht mehr unter Nati-Trainer Murat Yakin auflaufen. - keystone

Seine Assistentin sei zum Glück vor Ort gewesen und konnte die Szenerie schlichten. «Obwohl sie auch Angst hatte, gelang es ihr, eine Eskalation zu verhindern», beschreibt der Gastro-König weiter.

Sowohl seine Assistentin sowie sein Geschäftsführer seien am nächsten Tag zu ihm gekommen und hätten ihm von den Vorfällen erzählt. «Zudem hat Okafors Schwester danach sogar noch eine Reduktion auf den Preis verlangt – darauf habe ich dann aber telefonisch interveniert», erklärt Péclard weiter.

Fischer's Fritz
Das «Fischer's Fritz» in Zürich. - peclard.net

«Es war kurz vor der WM, da fiebert das ganze Land mit – darum wollte ich kein grosses Tam-Tam machen», so Péclard heute. «Trotzdem: Wie sich diese Gruppe aufgeführt hat, das geht gar nicht. Ich verstehe Murat Yakin, dass er so einen Spieler nicht mehr aufbieten will», so der Gastro-König weiter.

Eine Nau.ch-Anfrage beim SFV bestätigt: Dem Verband ist diese Geschichte bekannt. Sie reiht sich als nächstes Kapitel in die «Nati-Akte» von Noah Okafor ein.

«Akte Noah Okafor» hat mehrere Kapitel

Und diese Akte lässt den Schluss zu: Okafor tritt nur zurück, weil er erfahren hat, dass er nicht für den nächsten Nati-Zusammenzug aufgeboten worden wäre. Okafor und die Nati – das ist ein Missverständnis, diese Akte wird unter Murat Yakin geschlossen. Und dafür gibt es mehrere Gründe.

Rund um die WM sind Sachen vorgefallen, die im Vorfeld anders besprochen worden sind. So hat der Leeds-Stürmer sein eigenes Video-Team in die USA mitgenommen. Logisch, dass damit vom Wesentlichen, nämlich dem Fussball, abgelenkt wird.

Noah Okafor
Noah Okafor bei seinem WM-Einsatz gegen Algerien. - keystone

Dass er nach seinem Kurzeinsatz gegen Algerien nicht mehr zu weiteren Spielminuten kommt? Da muss er den Fehler bei sich suchen – er überzeugt nämlich in den 19 Minuten im Sechzehntelfinal nicht.

Dazu soll es aus dem Umfeld von Okafor auch zu unangebrachten Äusserungen in Kommentaren auf öffentlichen Plattformen gekommen sein.

Dabei seien grobe Beleidigungen aus der Fäkalsprache verwendet worden, bei denen Respekt und Anstand gegenüber Nati-Trainer Murat Yakin ausgeblendet wurde. Das will der SFV auf Nau.ch-Anfrage nicht kommentieren.

Das alles und die Vorgeschichte mit der EM vor zwei Jahren haben dazu geführt, dass Noah Okafor unter Murat Yakin kein Nati-Thema mehr ist. Rücktritt hin oder her.

Kommentare

User #1225 (nicht angemeldet)

Komische Familie

User #1140 (nicht angemeldet)

Hoi Peclard. LOL

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