Wirbel um Porträt-Bild von Zürcher Grünen-Regierungspräsi

Der Künstler Hans Witschi sollte den Zürcher Regierungspräsident Martin Neukom porträtieren. Drei Bilder entstanden – Neukom gefiel keines.

Das Wichtigste in Kürze
- Martin Neukom liess sich von Künstler Hans Witschi porträtieren.
- Drei Gemälde entstanden – dem Zürcher Grünen-Regierungsrat gefiel jedoch keines.
- Nun fordert Witschi seine Entschädigung.
Der Zürcher Grünen-Regierungsrat Martin Neukom wollte für sein offizielles Porträt etwas Besonderes. Der Maler Hans Witschi schien dafür die passende Wahl.
Der Kanton Zürich hat eine Tradition: Alle Regierungspräsidenten sowie Bundesräte aus dem Kanton werden in Öl gemalt. Die Gemälde hängen in der Ahnengalerie im Kunstraum Walcheturm. Neukom steht dem Baudepartement vor und sein Präsidialjahr endet am 30. April.
Für den Auftrag budgetierte der Kanton Zürich 20'000 Franken.

Witschi machte sich also an die Arbeit und schickte bald zwei Entwürfe an den Regierungsrat. Neukom besuchte mit seiner Entourage das Atelier des Malers in Zürich. Die Reaktion fiel jedoch ernüchternd aus, wie der «SonntagsBlick» berichtet.
Der Mund sei «schrecklich», sagte eine Person. Und es folgte weitere Kritik: «So kennen wir Martin nicht.» Auch Kinn und Hals wurden kritisch angesehen.
Witschi zeigte sich enttäuscht über die Reaktionen. Es sei «kein Verständnis für seine Kunst» dagewesen. Es hörte sich für ihn «eher nach Spott als nach Anerkennung» an.
Trotz der Differenzen einigte man sich auf einen weiteren Anlauf. Neukom stellte dem Maler Fotos zur Verfügung, auf denen er sich selbst wiedererkennt.
Das neue Porträt wurde Neukom präsentiert. Doch auch diesmal zeigte sich der Regierungspräsident unzufrieden.
In einer E-Mail schrieb er laut dem «SonntagsBlick»: «Ich kann mich auch mit der dritten Version nicht anfreunden.» Er fühle sich durch das Bild «entstellt».
Damit war das Projekt gescheitert. Drei Versuche, kein verwendbares Ergebnis. Witschi blieb ohne abgenommenes Werk.

Nun fordert der Maler sein Honorar. Er stellte die vereinbarten 20'000 Franken in Rechnung.
Gegenüber dem «SonntagsBlick» bestätigt Kommunikationschef Dominik Bonderer, dass Witschi bezahlt werde. Die genaue Summe sei jedoch noch offen. «Die Details sind noch zu klären», so Bonderer.
Ebenfalls ungeklärt ist, wer Neukom nun in Öl porträtieren wird.







