Winterthurer Extremismus-Fachstelle zieht häufiger die Polizei bei

Die Winterthurer Extremismus-Fachstelle hat im vergangenen Jahr 13 Mal die Stadtpolizei beigezogen, weil jemand Hinweise auf Gewaltbereitschaft oder Selbstgefährdung machte. Den Messerangriff am Hauptbahnhof konnte sie nicht verhindern.

«Leider kann auch die beste Prävention tragische Vorfälle nicht verhindern», schreibt der zuständige Stadtrat Nicolas Galladé (SP) im Jahresbericht der Extremismus-Fachstelle, der am Montag publiziert wurde. Die Messerattacke vom 28. Mai habe alle erschüttert und für grosse Verunsicherung gesorgt.
Die Arbeit der Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention (FSEG) sei gerade im aktuellen Umfeld besonders wichtig. «Wir müssen am Ball bleiben und unsere Augen und Ohren geöffnet halten.»
Im vergangenen Jahr zog die Fachstelle in 13 Fällen die Stadtpolizei bei, weil es Hinweise auf Gewaltbereitschaft oder Selbstgefährdung gab. Im Vorjahr gab es erst 3 solcher «sicherheitsrelevanten Anfragen».
In den meisten Fällen handelte es sich um bedrohliche Aussagen oder Gewaltfantasien von Jugendlichen. Ein Beispiel war etwa ein Schüler mit psychischer Vorerkrankung, der wiederholt ankündigte, er werde «am Abschluss allen zeigen, was er von der Schule halte».
Aktuell beschäftigt sich die Fachstelle auch mit Fragen zur «Manosphere», also problematischen Männlichkeitsbildern, die meist mit Frauenfeindlichkeit einhergehen. Im Alltag zeigt sich diese Entwicklung etwa mit zunehmend respektlosem Verhalten gegenüber Lehrerinnen.





