Winterthur ZH: Coiffeur immer noch zu – ist Büsi schuld?

Seit fast drei Monaten ist der Coiffeursalon Omni in Winterthur ZH wegen Wasserschadens geschlossen. Die zwei Inhaberinnen kritisieren die Kommunikation.

Das Wichtigste in Kürze
- In Winterthur ZH steht ein Coiffeursalon plötzlich unter Wasser.
- Schuld daran ist mutmasslich eine Nachbarskatze, die an einem Duschhahn herumspielte.
- Nach fast drei Monaten ist der Coiffeursalon immer noch zu.
Nichts deutet darauf hin, dass an der Neustadtgasse 5 in Winterthur ZH in den nächsten Tagen wieder Haare geschnitten werden. Seit einem Wasserschaden vom 19. Februar ist das Geschäft eine Baustelle. Löcher in der Decke lassen in die erste Etage blicken.
Kabel hängen in der Luft. «Riechst du das auch?», sagt Cyrine Serghini und streckt die Nase in die Luft. «Jaaa», antwortet Ranja Salomon.
Trotz Baustelle können die beiden Inhaberinnen des Coiffeursalons Omni noch Überreste ihres Geschäfts in der Luft riechen. Ein Hauch edler Düfte vermischt sich mit dem Baustellestaub. «Wir vermissen die eigenen vier Wände», sagen sie.
Denkmalschutz ist involviert
Dabei gingen sie davon aus, Mitte Mai den Laden wiederzueröffnen. «Die ersten Bauarbeiter sagten, es dauere eineinhalb bis drei Monate», sagen sie.

Die beiden Geschäftspartnerinnen kritisieren die Kommunikation mit der Terresta Immobilien- und Verwaltungs AG, der Besitzerin des Hauses. «Wir wissen überhaupt nichts. Das ist eine furchtbare Kommunikation», klagen die beiden.
Das Schweigen sei unerträglich. «Für uns geht es um Existenzen. Es ist mühsam, wenn diese Dringlichkeit nicht erkannt wird.» Schliesslich, so haben sie gehört, habe sich auch die Denkmalpflege eingeschaltet. «Warum, das wissen wir nicht.»
Bericht Ende Juni
Bei der Terresta hat man Verständnis, dass die Situation für die Mieterinnen und Mieter schwierig ist. «Wir versuchen so schnell wie möglich Klarheit darüber zu erlangen, wie es mit der Liegenschaft weitergeht und wann sie ihre Wohnungen oder Gewerbeflächen wieder benützen können», sagt Ariel Leuenberger, Leiter Kommunikation bei der Terresta AG.
Bis wann die Bauarbeiten abgeschlossen sind, kann er nicht abschätzen. «Wir klären momentan den baulichen Zustand ab und erwarten den Bericht unserer Ingenieure Ende Juni. Danach können wir entscheiden, wie es weitergeht und werden die Mieterinnen und Mieter darüber informieren.»
Die Terresta kommuniziere, sobald es neue Entwicklungen gebe oder die Arbeiten weiter fortgeschritten sind. «Unsere Bewirtschafterin ist dazu im Austausch mit den Inhaberinnen des Coiffeursalons, diese können sich jederzeit an uns wenden und kennen ihre Ansprechpartner», so Leuenberger zur Kritik der schlechten Kommunikation.
Grosse Solidarität
Nach dem Desaster erfuhren die beiden Coiffeurbetreiberinnen grosse Solidarität. «Es ist enorm. Wir sind mega berührt», freuen sie sich. Beim Roxy Vinyl Cafe nebenan wurde kurzerhand Geld gesammelt, um die fehlenden Einnahmen zumindest ansatzweise auszugleichen.
Auch heute noch bringt Blumen Müller einen grossen Strauss zum Coiffeursalon Amor Artis am Oberen Graben. Dieser hat kurzerhand täglich zwei Plätze für vier Mitarbeiterinnen von Omni zur Verfügung gestellt.

Zudem haben die beiden Frauen für einen Mieterlass gekämpft. Es sei zwar schwierig gewesen, dies zu erreichen, aber seit einem Monat müssen sie keine Miete mehr bezahlen.
Kämpferisch waren sie auch bei den Kosten für den Lagerraum, den Terresta rasch angeboten hat. Es seien mehrere Anläufe der Versicherung nötig gewesen, bis die Kosten schliesslich von der Gebäudeversicherung der Terresta übernommen wurden.
War die Katze schuld?
Obwohl Wasserschäden keine Seltenheit sind, sorgte der Wasserschaden im März national für Schlagzeilen. Es soll nämlich die Nachbarskatze gewesen sein, die im dritten Stock in der Nacht den Wasserhahn der Dusche betätigte, was wiederum zur Überschwemmung führte.

Ob das stimmt, ist unklar. Auch Leuenberger kennt die Ursache nicht.
«Die Mieterin sagt, es sei nicht ihr Büsi gewesen. Die Duschkabine wurde in den 90er-Jahren eingebaut. Sie benötigt eine elektrische Pumpe, um das Abwasser abzupumpen. Wenn Wasser fliesst, ohne dass die Pumpe in Betrieb ist, kommt es zu einem Wasserschaden. Das ist wohl in diesem Fall passiert. Warum es genau dazu kam, können wir nicht eruieren.»
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.





