Stadt Zürich

Stadtspital Zürich prüft Projekt für mehr Patientensicherheit

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Das Stadtspital Zürich prüft ein Pilotprojekt für mehr Mitspracherechte von Patienten und Angehörigen. Das Kinderspital vertraut auf etablierte Abläufe. Kürzlich gab das Luzerner Kinderspital bekannt, «Martha's Rule» einzuführen, eine Initiative zur Stärkung der Patientensicherheit.

Eine neue Regel soll Angehörigen und Patienten in Spitälern mehr Mitsprache gewähren. Das Stadtspital Zürich prüft nun ein Pilotprojekt. (Archivbild)
Eine neue Regel soll Angehörigen und Patienten in Spitälern mehr Mitsprache gewähren. Das Stadtspital Zürich prüft nun ein Pilotprojekt. (Archivbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Das mögliche Pilotprojekt soll zur Einführung eines Systems nach dem Beispiel von Martha's Rule implementiert werden, teilte das Stadtspital Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Es bestätigte damit einen Artikel des «Tages Anzeiger» vom Montag. In welcher Klinik es eingeführt werden, soll, ist noch offen.

Das Projekt sei keine Reaktion auf konkrete Vorfälle, sondern eine proaktive Möglichkeit, die Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Noch befinde sich das Pilotprojekt aber in der Diskussionsphase.

Martha's Rule ist nach der Britin Martha Mills benannt. Sie starb 2021 an einem septischen Schock im Spital. Ihre Eltern bemerkten davor die lebensbedrohlichen Symptome. Die behandelnden Ärzte ignorierten die Sorgen jedoch. Ein Gerichtsmediziner stellte später fest: Hätten die Ärzte auf die Eltern gehört und Martha rechtzeitig auf die Intensivstation verlegt, hätte sie überlebt.

Die Regel gibt Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen das Recht, rund um die Uhr eine sofortige, unabhängige medizinische Überprüfung zu verlangen, wenn sie das Gefühl haben, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert und das behandelnde Spitalpersonal nicht ausreichend reagiert.

Das Luzerner Kinderspital führte die Regel zuerst als Testphase ein, nachdem ein Kind im Februar 2025 unerwarteterweise verstarb und die Mutter dem Spital Vorwürfe machte. Vor kurzem bestätigte das Spital, die Regel definitiv einzuführen.

Wie der «Tages Anzeiger» aufzeigte, passierte 2023 im Kantonsspital Baden ähnliches. Ein 14-Jähriger starb wie Martha MiIlls an einem septischen Schock. Das Spital hatte den Jungen und seine Eltern gemäss dem Artikel nach Hause geschickt, mit der Diagnose Grippe. Nachdem er ein zweites Mal nach Baden kam, schickten die Ärzte den 14-Jährigen ins Kinderspital Zürich. Da war es aber schon zu spät, der Fehler passierte in Baden, so der Vorwurf.

Das Kinderspital Zürich sieht derzeit keinen Grund für die Einführung der neuen Regel. Derzeit sei nicht geplant, zusätzliche Strukturen einzuführen. «Am Kinderspital legen wir seit vielen Jahren grossen Wert darauf, der Einschätzung von Eltern ein hohes Gewicht beizumessen. In Situationen, in denen Eltern verunsichert sind oder Angst um ihre Kinder haben, ermöglichen wir eine schnelle Eskalation zu einem Kaderarzt», teilte das Kinderspital auf Anfrage mit.

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