Kanton kämpft weiter für Umbaupläne des Zürcher Rathauses

Der Kanton Zürich hat seine Umbaupläne für das Zürcher Rathaus an das Verwaltungsgericht weitergezogen. Dies nachdem das Baurekursgericht verfügte, dass das historische Gebäude im Innern nicht umgebaut werden dürfe.

Aus Sicht des Kantons verhindert der Entscheid des Baurekursgerichts die geplante zeitgemässe Nutzung des Rathauses als Parlamentsgebäude, wie er am Dienstag in einer Medienmitteilung schrieb. Damit wäre die Fortsetzung von dessen Tradition als Zürcher «Haus der Demokratie» gefährdet.
Kantons- und Regierungsrat hatten sich dafür ausgesprochen, dass die Decke des Ratssaals an ihre ursprüngliche Stelle von 1694 zurückversetzt wird. Dies würde mehr Platz im zweiten Obergeschoss schaffen, wo ein zeitgemässer Ratssaal eingerichtet werden könnte.
Dazu wurde der Schutzumfang abgeklärt. Denn das baukünstlerisch wertvolle Züricher Rathaus wurde zwischen 1694 und 1698 errichtet und steht unter dem Schutz des Bundes und ist Schutzobjekt von kantonaler Bedeutung im kantonalen Inventar. Allerdings kam die verwaltungsunabhängige kantonale und eidgenössische Denkmalpflegekommission zum Schluss, dass das Vorhaben nicht mit den denkmalpflegerischen Interessen vereinbar sei.
Der Kanton sieht dies jedoch anders. Er stellt dem Interesse am Schutz des historischen Gebäudes in seinem Schutzentscheid das öffentliche Interesse an einer zeitgemässen Nutzung gegenüber. Schliesslich diene das Rathaus seit rund 300 Jahren der Politik von Kanton und Stadt Zürich.
Auf die Idee des Umbaus kamen der Kantons- und der Regierungsrat aufgrund der engen Platzverhältnisse im historischen Rathaus. Ursprünglich standen denn auch zwei Umbauvarianten zur Wahl: Eine sah eine Optimierung des bestehenden Saals mit einer komplett neuen Bestuhlung vor, die andere den am Ende von Kantons- und Regierungsrat bevorzugten Neubau im zweiten Obergeschoss.
Aufgrund der beengten Raumverhältnisse wichen der Zürcher Kantonsrat und das Zürcher Stadtparlament während der Coronapandemie in die geräumigeren Messehallen aus.
Der Kantonsrat tagt derzeit im Provisorium in der Bullingerkirche. Dorthin sind der Zürcher Kantonsrat und das Zürcher Stadtparlament angesichts der bevorstehenden Sanierung des altehrwürdigen Rathauses umgezogen.




