Stadt Zürich

Kanton fordert Rückbau eines neuen Velowegs am Zürcher Neumühlequai

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

In der Stadt Zürich bahnt sich ein neuer Streit um die Sperrung einer Fahrspur für Autos an. Die Kantonsregierung hat von der Stadt die sofortige Aufhebung der Massnahme am Neumühlequai verlangt.

Mehr Platz für Velos: Die Stadt Zürich hat am Neumühlequai vorübergehend eine Fahrspur für Autos gesperrt und als Veloweg markiert. Beim Kanton kommt das nicht gut an. (Symbolbild)
Mehr Platz für Velos: Die Stadt Zürich hat am Neumühlequai vorübergehend eine Fahrspur für Autos gesperrt und als Veloweg markiert. Beim Kanton kommt das nicht gut an. (Symbolbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Direkt vor den Fenstern der kantonalen Verwaltung am Neumühlequai hat die Stadt Zürich Tatsachen geschaffen: Eine rund 100 Meter lange Abbiegespur für Autos wurde gesperrt und in einen Veloweg umgewandelt. Die Medienstelle des städtischen Sicherheitsdepartements bestätigte auf Anfrage von Keystone-SDA die Massnahme, über die die «NZZ» am Freitag berichtete.

Die Reaktion des Zürcher Regierungsrates liess offenbar nicht lange auf sich warten. In einem Brief forderte der Kanton die Stadt ultimativ dazu auf, den ursprünglichen Zustand der Strasse wiederherzustellen und das ordentliche Verfahren einzuhalten. Aus Sicht der Staatskanzlei dient das aktuelle Verkehrsregime weder der Sicherheit noch dem Verkehrsfluss.

«Die Intervention des Regierungsrates bei der Stadt Zürich betrifft nicht nur das Neumühlequai, sondern auch die Walchestrasse», wie die Staatskanzlei auf Anfrage mitteilte. Auch dort wurde auf dem Abschnitt Stampfenbachplatz bis Walcheplatz eine Fahrspur für den motorisierten Individualverkehr zu Gunsten eines Velostreifens aufgehoben. Zudem wurde das Rechtsabbiegen aus der Walchestrasse in das Neumühlequai für Motorfahrzeuge verboten.

Die Stadt Zürich rechtfertigt die Massnahme mit der Grossbaustelle am Hauptbahnhof. Da die Tramhaltestelle Bahnhofquai saniert wird und die dortige Unterführung für Velos gesperrt ist, habe man eine sichere Umleitung schaffen müssen.

Wie die Medienstelle des Sicherheitsdepartements der Stadt auf Anfrage von Keystone-SDA präzisierte, handelt es sich dabei um eine rein temporäre Massnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, insbesondere für die Velofahrenden, während der Bauphase.

Ob der Velostreifen tatsächlich Ende Jahr wieder verschwindet, bleibt jedoch umstritten. Während die Stadt offiziell von einer Befristung spricht, fordert die Velolobby bereits die Übernahme in die definitive Verkehrsführung. Der Kanton droht indes damit, die Markierungen notfalls in Eigenregie zu entfernen.

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