Fische im Thurgau können sich in Kaltwasserrefugien zurückziehen

Die Thurgauer Gewässer führen derzeit sehr wenig Wasser. Um den Fischen zu helfen, die unter den hohen Wassertemperaturen leiden, baute der Kanton erst kürzlich ein neues Kaltwasserrefugium an der Mündung des Mülibachs in den Hochrhein.

Wegen der Hitzewellen und den damit verbundenen warmen Wassertemperaturen sind in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Innerrhoden bereits mehrere Notabfischungen durchgeführt worden. In St. Gallen beispielsweise siedelte das Amt für Natur, Jagd und Fischerei bis in die erste Juli-Woche hinein über 1000 Fische um. Zurückhaltender bei Notabfischungen ist hingegen der Kanton Thurgau.
«Das Abfischen selbst und der Transport sind ein grosser Stressfaktor für die Fische, das Einsetzen in ein neues Gewässer mit anderen Temperaturen und Lebensraumeigenschaften ebenfalls», schrieb Robert Dünner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Dennoch seien in der «aktuell sehr angespannten Situation» einige Notabfischungen durch Fischereivereine oder die Fischereiaufseher durchgeführt worden. Wie viele Fische und andere Wasserlebewesen gestorben sind, lasse sich nicht genau sagen. Die Dunkelziffer dürfte aber «signifikant» sein.
Denn auch im Thurgau führen viele Fliessgewässer wegen der fortwährenden Trockenheit kaum noch Wasser und im Bodensee sei der Pegelstand ebenfalls sehr tief. Das Wasser, das noch übrig ist, hat sich sehr stark erwärmt. Bei hohen Temperaturen können gemäss Dünner zudem Algen und Bakterien schneller wachsen und zu Algenblüten führen. Diese sind teilweise toxisch und benötigen beim Abbau nach dem Absterben weiteren, bereits knappen, Sauerstoff.
Der Kanton Thurgau hatte bereits im Juni in einer Mitteilung angekündigt, wegen der hohen Wassertemperaturen an der Mündung des Mülibachs in den Hochrhein ein neues Kaltwasserrefugium zu schaffen. Der tiefe Pool soll den Fischen als kühlerer Rückzugsort dienen. Die Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen und bereits während des Baus zogen sich erste Fische in das Refugium zurück, wie Dünner weiter schrieb. Solche Kaltwasserrefugien existieren bereits an einigen Zuflüssen zum Rhein und zur Thur.





