So will GC zurück an die nationale Spitze

GC will unter der neuen Mehrheitsbesitzerin zurück an die nationale Spitze. Neo-Präsident Ludovic Deléchat setzt auf Swissness und harte Arbeit.

Mit der neuen Mehrheitsbesitzerin Bridge Football Group Switzerland AG will der Grasshopper Club Zürich endlich wieder an die nationale Spitze vorstossen. Gelingen soll dies laut Neo-Präsident Ludovic Deléchat mit mehr Swissness und viel harter Arbeit.
Eine wichtige Voraussetzung für den Job als neuer GC-Präsident bringt Ludovic Deléchat schon einmal mit. Die Identifikation mit dem Verein: «Seit meiner Kindheit bin ich GC-Fan. Ich habe viele Spiele im Hardturm gesehen. Und ich kann mich noch gut an das Tor von Murat Yakin in der Saison 1996/97 in der Champions League auswärts gegen Ajax Amsterdam erinnern», erzählt der knapp 40-jährige Jurist bei einer Medienkonferenz im GCZ-Hauptsitz, bei der auch GC-Captain Amir Abrashi, Verwaltungsrat Andras Gurovits und Cheftrainer Peter Zeidler anwesend sind.
Als CEO der Bridge Football Group Switzerland AG, der neuen Mehrheitsbesitzerin des Grasshopper Clubs, will er den Verein wieder an die nationale Spitze führen. Dass dies schon andere – unter anderem die Vorbesitzer von Los Angeles FC sowie dessen chinesische Vorgänger Fosun – vergeblich versucht haben, ist Deléchat bewusst.

«Von uns gibt es keine Versprechungen, nur Taten. Es ist klar, dass wir nicht in zwei, drei Tagen dorthin kommen. Wir wissen, wo wir aktuell stehen. Auf uns wartet eine Menge Aufbauarbeit», gibt sich der mehrsprachige Romand demütig.
Deléchat will wieder mehr «Swissness» in den Verein bringen, transparenter sein und vor allem mehr auf die Jugendausbildung setzen. Der (teure) GC-Campus in Niederhasli soll wieder eine stärkere Bedeutung erhalten.
Wie das strukturelle Defizit von rund 15 Millionen beseitigt werden soll, darüber gibt Deléchat nur vage Antworten. Man wolle nachhaltiger werden und es gäbe auf der kommerziellen Seite noch Luft nach oben.
Ausserdem habe man grosse Hoffnungen, dass endlich das neue Fussballstadion realisiert wird, wodurch sich ebenfalls die Einnahmen verbessern würden. Vom Spielerpotenzial der zur Bridge Gruppe gehörenden Klubs dürften die Grasshoppers dagegen kaum profitieren.
Ihr gehören bislang nur der FC Den Bosch (2. niederländische Liga), Pro Vercelli (Serie C in Italien) und Shaanxi Union (2. chinesische Liga) an. Damit ist auch klar, dass der Grasshopper Club das neue «Flaggschiff» (Deléchat) der Gruppe ist.
Kein Platz für Alain Sutter
Überraschend teilte der neue GC-Präsident dann auch mit, dass man ohne den bisherigen Sportchef Alain Sutter weitermacht. Für ihn ist kein Platz mehr, da man «künftig ohne einen Sportchef, dafür mit einer stärkeren Einbindung des Trainers Peter Zeidler bei der Teamzusammensetzung» arbeiten will.
Für die Bridge Football Group sei schnell klar gewesen, dass man mit ihm trotz des Beinahe-Abstiegs in der letzten Saison weitermachen wolle. Der Angesprochene freute sich über das ausgesprochene Vertrauen.

Zugleich machte er sich keine Illusionen: «Es ist klar, dass wir schnell besser werden müssen. Und wir werden das Ganze mit der nötigen Demut angehen.»
Dabei kann er sich weiter auf die Dienste von Routinier und Captain Amir Abrashi verlassen. Dessen Zukunft im Verein beziehungsweise die Art der Beschäftigung war zuletzt offen.
Nun entschloss sich der 36-Jährige, eine weitere Saison als Aktiver anzuhängen, da er nach ersten Gesprächen mit Deléchat «viel Energie gespürt und einen sehr, sehr guten ersten Eindruck» gewonnen habe.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt der Stadt Zürich» erschienen.












