FC Stäfa überrascht Absteiger Schaffhausen zum Auftakt

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Der FC Stäfa startet mit einem 1:0-Auswärtssieg beim Erstliga-Absteiger SV Schaffhausen in die neue Saison. Basil Erne erzielt nach 15 Minuten früh das Siegtor.

Ein Fussball am Spielfeldrand. (Symbolbild)
Ein Fussball am Spielfeldrand. (Symbolbild) - Nau.ch / Ueli Hiltpold

Wie der FC Stäfa mitteilt, ist das Team mit einem überraschenden, aber hochverdienten Auswärtssieg in das Abenteuer 2. Liga Interregional gestartet. Beim Erstliga-Absteiger SV Schaffhausen gewann die Frohberg-Elf mit 1:0.

Das goldene Tor erzielte Basil Erne nach 15 Minuten. Die Gäste vom Zürichsee hätten die Partie durchaus früher entscheiden können. Da sie ihre Chancen aber nicht konsequent in weitere Tore ummünzten, blieb es bis zum Schluss spannend und für die Stäfner Zuschauer entsprechend nervenaufreibend.

Die Voraussetzungen vor dem Spiel waren alles andere als ideal. Die Verletzungshexe hatte in den vergangenen Wochen ganze Arbeit geleistet. Die Stäfner Ersatzbank war deshalb so dünn besetzt, dass sich Coach Elmer kurzerhand selbst aufs Matchblatt setzte.

Senioren und Spieler der zweiten Mannschaft komplettierten die Reihen der Stäfner. Umso gespannter durfte man auf den Auftritt beim Absteiger aus der 1. Liga sein. Schon nach wenigen Minuten musste sich der neutrale Zuschauer verwundert die Augen reiben: Wer ist hier eigentlich Aufsteiger und wer Absteiger?

Mutiges Stäfa setzt Schaffhausen früh unter Druck

Stäfa spielte mutig, frech und mit ordentlich Zug zum Tor. Das 4-4-2 mit Raute wurde erstaunlich konsequent umgesetzt. Mit aggressivem Offensivpressing setzten die Stäfner die Gastgeber früh unter Druck und zwangen sie immer wieder zu Fehlern.

Bereits nach drei Minuten missriet ein Rückpass der Schaffhauser. Der Ball rollte Richtung Tor und konnte vom Schlussmann gerade noch in Extremis von der Linie geschlagen werden. Ein frühes Warnsignal. Nach 15 Minuten sorgte ein weiter Einwurf Zuccos erneut für eine unübersichtliche Situation vor Torwart Bleise, die Erne schnörkellos zur verdienten Führung ausnutze.

Dass die Schaffhauser Bank mit dem Auftritt ihrer Mannschaft nicht zufrieden war, machte der energisch kommunizierende Coach Dogru deutlich. Nach 30 Minuten hatte dieser bereits drei Wechsel vorgenommen. Coach Dogru schien offenbar wenig Lust zu haben, bis zur Pause auf Besserung zu warten.

Stäfa hingegen blieb gefährlicher und konkreter. Erne hätte beinahe seinen zweiten Treffer erzielt. Nach einer weiteren Balleroberung tief in der Schaffhauser Hälfte sah er, dass der Torhüter weit vor seinem Kasten stand und versuchte es aus rund 45 Metern. Der Ball flog über den Schlussmann hinweg und landete an der Latte. Auch Kelterborn hätte kurz vor der Pause erhöhen können. Nach einem starken Dribbling verfehlte sein Abschluss das Tor nur knapp.

Schaffhausen findet zunächst keine Antwort

Und die Gastgeber? Sie kamen in der ersten Halbzeit nur selten gefährlich vor das Stäfner Tor. Wenn Schaffhausen einmal den Weg nach vorne fand, stand die Stäfner Defensive kompakt und liess kaum Raum für Läufe in die Tiefe. Torhüter Brecher konnte deshalb eine eher geruhsame erste Halbzeit verbringen. Wenigstens wärmte die angenehme Abendsonne den wenig Beschäftigten.

Kurz nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig an der Balance. Schaffhausen agierte sicht- und spürbar entschlossener und erhöhte den Druck. Nach einer cleveren Cornervariante hatte Stäfa dann Glück. Widmer musste in Extremis auf der Linie klären und verhinderte den Ausgleich. Spätestens jetzt war klar, dass die zweite Halbzeit kein gemütlicher Samstagsausflug werden würde. Stäfa begann dem enormen Laufpensum zudem Tribut zu zollen. Schaffhausen war nun feldüberlegen und drängte die Gäste immer weiter zurück.

Die Elmer-Elf hatten zunehmend Mühe, das Spiel wieder in die gegnerische Hälfte zu tragen. Klare Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Bei Stäfa waren Kelterborn und Saethre inzwischen von Krämpfen gezeichnet und wurden durch Juric und Girolamo ersetzt. Texeira seinerseits durch Carvalho. Schaffhausen rannte mit dem Mute der Verzweiflung an. Dass dies fast ausschliesslich mit hohen Bällen auf ihre eher kleingewachsenen Stürmer erfolgte, wird als ein gut gehütetes Geheimnis in der Munotstadt bleiben.

Die Verteidiger räumten jedenfalls einen hohen Ball nach dem anderen aus der Gefahrenzone. Nicht immer elegant, aber meistens effektiv. Und am Ende zählt bekanntlich, was auf der Anzeigetafel steht. Und diese zeigte nach 96 Minuten und dem Schlusspfiff durch den umsichtigen Schiedsrichter 0:1. Aus. Feierabend. Drei Punkte für Stäfa.

Taktik und Engagement bringen die ersten drei Punkte

Fussball spielen können in der 2. Liga Interregional alle Mannschaften. Den Unterschied machten vor allem zwei Dinge: Engagement und Taktik. In beiden Bereichen war Stäfa an diesem Nachmittag besser.

Die Elmer-Elf fand ein ausgezeichnetes taktisches Rezept gegen den Erstliga-Absteiger und setzte dieses über weite Strecken konsequent um. Vor allem das aggressive Pressing stellte Schaffhausen vor grosse Probleme. Läuferisch gingen die Stäfner zudem an ihre Grenzen – und teilweise darüber hinaus.

Natürlich sind es «nur» die ersten drei Punkte. Aber es sind eben auch die ersten drei Punkte im ersten Spiel. Der FC Stäfa hat in der 2. Liga Interregional eingestempelt. Haken dran, weiter geht es.

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