Stadt Zürich

    Blühender Fenchel und matschige Zwiebeln im Kanton Zürich

    Keystone-SDA Regional
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    Zürich,

    Blühende Fenchel und Salatköpfe mit braunen Blatträndern: Viele Gemüsesorten haben diesen Sommer unter der Hitze und dem fehlenden Regen gelitten. Nachfolgend ein Überblick über die Folgen im Kanton Zürich.

    Mit dem Fenchel sind die Zürcher Bauern wegen des Hitzesommers nicht zufrieden. Viele Exemplare haben braune Ränder und bildeten Blüten statt Knollen. (Symbolbild)
    Mit dem Fenchel sind die Zürcher Bauern wegen des Hitzesommers nicht zufrieden. Viele Exemplare haben braune Ränder und bildeten Blüten statt Knollen. (Symbolbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

    Die Zürcher Landwirtschaftsbetriebe und Gärtnereien produzieren auf 2215 Hektaren jährlich 60'000 Tonnen Gemüse. Das entspricht 17 Prozent der gesamten Schweizer Produktion.

    Gemäss dem Verband «Gmües vo Züri» pflanzen die Betriebe jedes Jahr 150 Millionen Setzlinge von 115 verschiedenen Gemüsesorten. Der Hitzesommer 2026 stellte die Betriebe vor besondere Probleme.

    Salate mit «Innenbrand»

    Im Normalfall werden im Kanton Zürich pro Woche 150 Tonnen Eisbergsalat geerntet. Dieses Jahr sind die Mengen deutlich niedriger. «Die Salate zeigten vor allem qualitative Mängel», sagt Daniel Bachmann von der Fachstelle Gemüse am Strickhof in Winterthur. Diese Fachstelle erhebt die Produktionsmengen für den Kanton Zürich und die Kantone der Zentralschweiz.

    «Wegen Wassermangel, Hitze und Trockenheit waren sie anfällig auf Innenbrand.» Salate nehmen Calcium über das Wasser auf. Wenn es heiss und trocken ist, verdunsten die äusseren Blätter viel Wasser, so dass die jungen, inneren Blätter zu wenig des Nährelementes bekommen. Die Folge: braune, abgestorbene Innenblätter. Die Kopfsalaternte dagegen bewegte sich laut Bachmann über die ganze Saison relativ durchschnittlich bei 80 Tonnen pro Woche.

    Kleinere Zwiebeln

    Die Zwiebeln dagegen liegen deutlich unter dem Durchschnitt. Vor allem beim Bio-Anbau kam es zu kleineren Kalibern als üblich. Zudem sehen viele Zwiebeln von aussen einwandfrei aus. Die inneren Schichten aber sind braun und matschig. «Dies könnte ebenfalls auf einen physiologischen Calciummangel zurückgehen», sagt Bachmann.

    Blühender Fenchel

    Nicht zufrieden sind die Produzierenden auch mit dem Fenchel. Vor allem in der zweiten Sommerhälfte ernteten sie deutlich weniger als in anderen Jahren. Und die Qualität stimmte nicht: «Sie haben braune Ränder oder bilden Blüten, aber keine Knollen», erklärt Bachmann.

    Blumenkohl und Broccoli ohne Ausreisser

    Keine extremen Ausreisser verzeichnete die Blumenkohl-Ernte. Sie lag bei wöchentlich 40 bis 80 Tonnen. Im Spätsommer seien die Mengen wie beim Broccoli aber rückläufig gewesen, so Bachmann. Insgesamt liegen beide Sorten im Schnitt. Dasselbe gelte für die frischen Buschbohnen.

    Rüebli vor entscheidender Phase

    Karotten werden teilweise schon im Sommer geerntet, 100 bis 150 Tonnen sind es jede Woche. Bachmann erwartet wegen der Trockenheit indes unterdurchschnittliche Erträge. Die Haupternte für die Lagersaison beginne im Oktober. «Jetzt wird es matchentscheidend», so Bachmann. «Sonne und milde Temperaturen sind ziemlich gute Bedingungen, wenn auch etwas Regen schön wäre.»

    Wichtig ist das Wetter während der Ernte in der zweiten Oktoberhälfte: Dann sollte es weder zu viel regnen noch zu trocken sein. Zu hohe Temperaturen sind auch nicht ideal, da die frisch geernteten Rüebli sofort gekühlt werden müssen.

    Aufgegebene Felder

    Der Wassermangel im Sommer 2026 war laut Bachmann bereits bei der Saat eine Herausforderung. «Rüebli werden Ende Juni angesät. Dann brauchen sie eine konstant feuchte Umgebung, um gleichmässig zu keimen.» Da dies nicht geschah, gaben einige Produzierende ihre diesjährigen Karottenfelder frühzeitig auf.

    Logistisch schwierig war auch die Pflanzung von Salaten und Kohlsorten, da sie direkt danach Wasser zur Unterstützung der Einwurzelung benötigen. Dies sei diesen Sommer eine Frage von Stunden gewesen, so Bachmann.

    Trockenheit schlimmer als Hitze

    Insgesamt seien im Gemüsebau weniger die Temperaturen ein Thema gewesen als vielmehr die Trockenheit. «Die meisten Frischgemüse-Gärtnereien und -Produzenten im Kanton Zürich haben einen guten Zugang zu Wasser und können es meistens ausbringen.» Aber die Intensität der Bewässerung war viel höher.

    Rüebli-Kulturen etwa werden im Normalfall dreimal pro Saison bewässert; 2026 waren es bis zu zehnmal. Konstante Erträge waren nur mit massiv höheren Produktionskosten zu erreichen.

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