Winterthurer Schule: Eltern klagen über Mobbing, Gewalt und Angst

Am Schulhaus Wyden in Winterthur klagen Eltern über Drohungen, Mobbing und Übergriffe. Die Stadt widerspricht – kündigt aber Massnahmen an.

Das Wichtigste in Kürze
- Eltern am Schulhaus Wyden berichten von Gewalt, Angst und Erpressung.
- Mehr als 60 Eltern fordern nach ausbleibender Wirkung endlich Massnahmen.
- Nach Abklärungen wurden laut Stadt nun Strategien und Sanktionen beschlossen.
Am Primarschulhaus Wyden in Winterthur-Wülflingen beklagen Eltern massive Probleme im Schulalltag. In einem Brief an die Leitung Bildung, die Schulpflege und Stadträtin Martina Blum schreiben sie von Angst, Gewalt und Mobbing.
Drei betroffene Eltern schildern gegenüber dem «Tagesanzeiger» tätliche Übergriffe, Drohungen, Erpressung, Diebstähle und Sachbeschädigungen.
Kind mit Eisblöcken geschlagen
Eine Mutter erzählt: «Mein Kind ist einmal mit Eisblöcken auf den Kopf, ein anderes Mal mit einem Unihockeyschläger geschlagen worden. Sein ganzer Rücken war blau.»
Zudem würden Kinder und Lehrpersonen massiv eingeschüchtert, um Schutzgeld erpresst oder zu bestimmten Handlungen gezwungen. Jemand habe einer Viertklässlerin schriftlich gedroht, ihre Eltern zu entführen und zu töten.
Auch Diebstähle von privatem und schulischem Eigentum kämen regelmässig vor, ebenso wie vorsätzliche Sachbeschädigungen, etwa von Schularbeiten oder Fahrradreifen.
Gruppe soll das Klima an der Schule dominieren
Laut den Eltern soll eine Gruppe von 10 bis 15 Kindern aus der Mittelstufe das Klima an der Schule prägen. «Ein normaler Unterricht ist kaum mehr möglich», sagt eine weitere Mutter. Lehrpersonen wirkten überfordert und alleingelassen.
Die Eltern werfen der Schule vor, zu wenig zu unternehmen. Nach ihrem Schreiben im Januar hätten sie keine ausreichende Rückmeldung und keine spürbare Verbesserung erlebt.
Deshalb starteten sie Ende März eine Unterschriftensammlung, die inzwischen von mehr als 60 Eltern unterstützt wird.
Stadträtin Martina Blum (Grüne), Vorsteherin des zuständigen Departements, weist die Darstellung in dieser Form zurück.
Es habe keinen Polizeieinsatz gegeben, der den Vorwürfen auch nur annähernd entspreche. Zudem sei der Schulbetrieb die ganze Zeit geregelt verlaufen.
Die Stadtpolizei Winterthur nennt seit Anfang 2025 allerdings mehrere Einsätze wegen Sachbeschädigung, Diebstahls und eines Streits zwischen Schulkindern.
Eltern warten auf spürbare Wirkung
Gesamthaft gesehen ist die Jugendkriminalität im Kanton Zürich rückläufig: Laut Kriminalstatistik ist die Zahl dieser Straftaten um zehn Prozent gesunken und damit auf den tiefsten Stand seit 2018 gefallen. Auf gesamtschweizerischer Ebene beträgt der Rückgang fünf Prozent.
Laut Blum wurden nach dem Elternbrief mit externer Unterstützung Abklärungen, Umfragen und Gespräche durchgeführt. Daraus sei eine Strategie mit verschiedenen Massnahmen entstanden, teils auch mit disziplinarischen Folgen.
Welche Resultate die Untersuchungen ergaben, bleibt offen. Die Eltern fühlen sich weiter nicht ernst genommen und wollten nun vor allem sehen, ob die angekündigten Massnahmen rasch wirken.










