Einsatzkräfte trainieren in Andelfingen Hochwasser-Ernstfall

Seit Anfang Jahr ist die Testphase in der Flutungsanlage Andelfingen abgeschlossen und Einsatzkräfte können nun unter realistischen Bedingungen für Hochwasser-Ereignisse trainieren. Die Anlage ist einzigartig in der Schweiz.

Im Fokus der Übungsanlage steht das praktische Handwerk: Feuerwehr und Zivilschutz lernen, Sandsäcke korrekt zu platzieren, Wassermassen umzuleiten und dabei den Eigenschutz zu wahren, etwa wenn Wasser unter Strom steht.
Das Herzstück der rund 6 Millionen Franken teuren der Anlage ist ein 23 Meter hoher Turm, der 350'000 Liter Wasser fasst. Pro Sekunde stürzen bis zu 500 Liter in ein künstliches Untergeschoss und simulieren überflutete Keller, Tiefgaragen oder Serverräume. Der grösste Raum fasst 55 Kubikmeter Wasser. Bis der gesamte Turm wieder mit Wasser gefüllt ist, dauert es höchstens 12 Minuten.
Um Ressourcen zu sparen, wird das Wasser im Kreislauf genutzt. Mit der Zeit wird es deshalb anfangen zu stinken, was laut den Betreibern der Realität eines echten Hochwassers entspricht. Auch baulich ist der Turm innovativ: Durch eine spezielle Staudamm-Konstruktion mit nach innen gewölbten Elementen konnten 20 Prozent Beton eingespart werden.
Angesichts der Klimaveränderung werde es künftig häufiger zu solchen Ereignissen kommen, betonte Baudirektor Martin Neukom (Grüne) bei der Eröffnung vor einem Jahr. Man brauche daher diese Möglichkeiten, um die Intervention unter Druck zu trainieren. Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) ergänzte, dass das Zentrum künftig auch Einsatzkräften aus anderen Kantonen offenstehen soll, da es in der Schweiz bisher keine vergleichbare Anlage gebe.
Ab der Eröffnung im vergangenen April bis Ende Jahr wurde die Anlage noch getestet. Seit Anfang Jahr ist sie nun für Trainings offen und buchbar.
Die neue Anlage ergänzt das seit über 50 Jahren bestehende Übungsdorf in Andelfingen. Dort können Einsatzkräfte für den Ernstfall üben. Neben der nun eröffneten Flutungsanlage stehen dort Wohnhäuser, eine Tankstelle und künstliche Firmengebäude, in denen etwa Feuer ausbricht.





