Stadt Zürich

Mann investiert Millionen in Balsamico – es war Apfelsaft!

Keystone-SDA
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Zürich,

Weil er in erworbenen Balsamico-Fässern Apfelsaft vermutet, hat ein Firmeninhaber Anzeige erstattet. Nun muss der Kanton Zürich ermitteln.

Balsamico Investor
Ein Investor vermutet, dass in den von ihm erworbenen Fässern Apfelsaft statt Balsamico gelagert wird. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Firmeninhaber hat Anzeige wegen eines mutmasslichen Balsamico-Schwindels eingereicht.
  • Der Mann hatte zuvor bei einem Hersteller über Jahre mehrere Fässer erworben und gelagert.
  • Bei einer angemeldeten Probe stellte er jedoch fest, dass es sich um Apfelsaft handelt.

Der Kanton Zürich hat auf Geheiss des Bundesstrafgerichts eine Strafanzeige zu einem mutmasslichen Balsamico-Schwindel übernehmen müssen. Der Anzeiger wirft zwei Vertretern eines Balsamico-Herstellers Betrug vor.

Kunden können bei der Balsamico-Firma ein ganzes Fass mit hochwertigem Balsamico kaufen. Dieses wird für fünf Jahre in einem Stollen gelagert.

Danach besteht die Möglichkeit, das Barrique zu beziehen, es weiter lagern zu lassen oder es zu verkaufen. Dies geht aus einem am Montag publizierten Beschluss des Bundesstrafgerichts hervor.

Ein Fass kostete jeweils rund 12'000 Franken und konnte nach fünf Jahren für rund 30'000 Franken zum Verkauf angeboten werden.

Eine Firma und ihr Inhaber sollen von 2019 bis 2020 rund 8,4 Millionen Franken in solche Balsamico-Fässer investiert haben.

Die entsprechende Anzeige wurde von einem Anwalt eingereicht.

Wird Balsamico erst kurz vor Abholung eingefüllt?

Als der Firmeninhaber und ein weiterer Kunde Ende 2024 angemeldete Proben aus ihren Fässern entnehmen liessen, waren diese dünnflüssig. Bei einer davon handelte es sich um Apfelsaft, wie aus dem Gerichtsentscheid hervorgeht.

Es bestehe der Verdacht, dass in den Fässern im Stollen Apfelsaft sei. Wenn Investoren ihre gekauften Fässer abholen würden, werde mutmasslich Balsamico aus Kanistern in neue Fässer abgefüllt.

Den Investoren würde also vorgetäuscht, dass der Balsamico im Stollen gelagert wurde. Dabei ist dies essenziell, damit der Balsamico-Essig reifen und das Aroma intensivieren kann.

Wusstest du, dass Balsamico wie Wein gelagert wird?

Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts hat sich nicht inhaltlich mit der Anzeige auseinandergesetzt. Sie musste darüber entscheiden, welcher Kanton den Fall übernehmen muss.

Zuvor konnten sich die Kantone Zug und Zürich nicht darüber einigen. Der Ball liegt nun bei Zürich.

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