Hundeverbot: SVPler will Zürcher Allmend «zurückerobern»

Die Stadt Zürich will Hunde am rechten Sihlufer verbieten. Die Hündeler wehren sich und wollen das Gebiet falls nötig zurückerobern.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Stadt Zürich will die Allmend am rechten Sihlufer hundefrei machen.
- Hündeler sind entrüstet und kämpfen gegen den Entscheid.
- Der SVP-Gemeinderat Johann Widmer will das Hundeparadies «zurückerobern».
«Absolute Ohnmacht, Frust und Wut.» Das sind die Gefühle, die Uschi (67) empfindet, weil den Hundebesitzenden die Hundezone am rechten Sihlufer weggenommen werden soll.
Die Stadt Zürich will nämlich ab März 2027 auf der Allmend am rechten Sihlufer ein Hundeverbot errichten. Der Abschnitt ist 450 Meter lang und liegt zwischen der Gänziloobrücke und der Autobahnbrücke der A3.
Die Stadt argumentiert: Im nahen Quartier Manegg wurde in den letzten Jahren viel gebaut. Darum nutzen auch mehr Familien die Allmend. Die Familien und Kinder fühlten sich durch die freilaufenden Hunde gestört.
Die Zone ist jedoch ein Paradies für Hunde, wo sie sich frei bewegen können.
Widerstand gegen geplantes Hundeverbot
Jetzt regt sich Widerstand gegen das geplante Verbot. Ganz vorne mit dabei: SVP-Gemeinderat Johann Widmer, selber Hundehalter.
Gegenüber Nau.ch erklärt Widmer: Die Hündeler weichen am rechten Sihlufer bereits auf einen Trampelpfad aus, der parallel zum Nationalen Veloweg verläuft. Er glaubt, dass so Konflikte zwischen Spazierenden, Velofahrenden und Hunden vermieden werden können.

Auch gilt auf der linken Flussseite zwischen April und Juli Leinenpflicht für die Hunde, wegen der Nähe zu Wald und Wildtieren wie Rehen. Darum spazieren die Hündeler auf der rechten Flussseite.
Laut Widmer ist die Allmend einer der letzten verbliebenen Orte, wo sich Hunde austoben können. Man könne die Hunde ohne Leine laufen lassen, so wie es im Tierschutzgesetz vorgesehen sei.
Auch ein Promi ist vorne mit dabei
Auch Tim (28) hält wenig von solchen Verboten. Es gebe jetzt schon wenig Orte, wo man mit den Tieren hingehen könne. Er findet dies schade, denn auch Hunde müssten sich entfalten können.
Es wird gegen das Vorhaben von Grün Stadt Zürich gekämpft. «Wir nutzen zuerst alle legalen Mittel und machen Einsprachen», so Widmer zu Nau.ch.
Er selber koordiniert den Widerstand mit einer Website. Auf dieser können Interessierte Vorlagen für Einsprachen herunterladen.
Man versuche das Gewohnheitsrecht geltend zu machen, erklärt Widmer. Falls jedoch alles nichts nützt, sagt Widmer: «Dann werden wir einfach trotzdem durchlaufen.»
«Wenn wir dann mit Hunden kommen und da sind Leute, die keine Hunde mögen, gibt’s ein schönes Geschrei. Dann schauen wir, wie lange die noch hierher kommen.» Für ihn ist klar: Man werde das rechte Sihlufer «zurückerobern».

Widmer ist nicht allein. Vergangenen Samstag versammelten sich rund 30 Hundehalter und -Freunde zu einer Demo gegen das Verbot. Der Organisator: Ex-SRF-Moderator Salar Bahrampoori (47, «Gesichter und Geschichten»).
Er sagt: «Die geplante Verbotszone umfasst genau jenen Abschnitt der Sihl, an dem Hunde heute unkompliziert ins Wasser gelangen können.» Gerade während Hitzeperioden sei dieser Zugang von grosser Bedeutung.
Einsprachen können bis am 24. Juli eingeschickt werden.





