Agglo Zürich

Dieses Abfall-Foto sorgt in Stäfa ZH für hitzige Debatte

Cheri Reinhardt
Cheri Reinhardt

Stäfa,

In einer Facebook-Gruppe wird über Müll, Tiere und Politik gestritten. Die Gemeinde Stäfa ZH spricht von einem Einzelvorfall.

Stäfa Müll
Ein Müllbild lässt die Wogen in Stäfa ZH hochgehen. Die Gemeinde relativiert den Fall und sieht keinen generellen Trend. - Facebook

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Abfall-Foto aus Stäfa ZH sorgt online für viele Reaktionen.
  • In den Kommentaren wird über Littering, Tiere und Politik gestritten.
  • Die Gemeinde kennt den Beitrag und spricht von einem unerfreulichen Vorfall.

Ein Foto von herumliegendem Abfall sorgt in Stäfa ZH für Diskussionen. In einer öffentlichen Facebook-Gruppe wird ein Bild geteilt, das Abfall rund um einen öffentlichen Standort zeigt.

Der Ärger in den Kommentaren ist gross. Mehrere Nutzerinnen und Nutzer stören sich daran, dass Abfall offenbar einfach liegen bleibt. Andere zweifeln daran, dass Menschen dafür verantwortlich sind.

«Erziehung versagt»

Einige Kommentare fallen deutlich aus. «Erziehung versagt!!», heisst es etwa. Eine andere Person fordert: «Dieses Thema Müll in der Öffentlichkeit sollte in den Schulen thematisiert werden!»

Auch fehlende Eigenverantwortung wird mehrfach kritisiert. Eine Kommentatorin schreibt, sie habe immer ein kleines Plastiksäckchen dabei. Dort komme der Müll hinein, bis sie ihn unterwegs entsorgen oder mit nach Hause nehmen könne. «Das ist so einfach!»

Andere fordern strengere Regeln. Ein Nutzer verweist auf Singapur und fragt: «Müssen wir diese auch auferlegt bekommen?» Eine weitere Person meint, solche Fälle sollten «mit 500.– bestraft» werden.

Tiere oder Menschen?

In der Diskussion geht es aber nicht nur um Rücksichtslosigkeit. Mehrere Personen vermuten, dass Tiere den Abfall verteilt haben könnten.

«Das könnte Fuchs oder Marder, sonst ein Hund sein», heisst es in einem Beitrag. Ein anderer Nutzer schreibt knapp: «Wildschweine gibt's überall.»

Regst du dich über Littering auf?

Auch Raben werden genannt. Eine Kommentatorin schreibt, sie habe schon mehrfach beobachtet, wie diese in halboffene Kübel gingen und «alles raus» reissen würden. Eine weitere Person berichtet, sie habe selbst schon beobachtet, wie ein Hund Abfall durchwühlt habe. Die Hundehalterin sei danach abgemahnt worden.

Damit bleibt nicht einmal die Ursache des Abfalls unbestritten. Aus einem einzelnen Foto entstehen rasch verschiedene Deutungen.

Gemeinde kennt den Beitrag

Auch bei der Gemeinde Stäfa ist der Beitrag bekannt. Das Bild dokumentiere «einen unerfreulichen Vorfall an einem öffentlichen Standort in Stäfa», schreibt der stellvertretende Gemeindeschreiber Erich Maag auf Anfrage von Nau.ch.

Solche Situationen seien «ärgerlich». Sie entsprächen selbstverständlich nicht dem Zustand, den sich die Gemeinde für ihre öffentlichen Anlagen wünsche.

Erich Maag
Erich Maag von der Gemeinde Stäfa sieht im Abfall-Foto keinen generellen Trend. - Linkedin

Gleichzeitig relativiert die Gemeinde. Aus dem Bild lasse sich «kein genereller Trend oder eine besondere Entwicklung» ableiten. Die öffentlichen Anlagen und Plätze in Stäfa würden von der Bevölkerung «überwiegend sorgfältig genutzt».

Das gezeigte Bild entspreche daher «nicht dem üblichen Erscheinungsbild im öffentlichen Raum». Die Anlagen würden regelmässig kontrolliert und unterhalten. Festgestellte Verunreinigungen würden im Rahmen des ordentlichen Unterhalts «zeitnah behoben».

Debatte kippt ins Politische

Während die Gemeinde den Vorfall als ärgerlichen Einzelfall einordnet, läuft die Diskussion in der Facebook-Gruppe deutlich breiter. Mehrere Kommentare politisieren den Vorfall. Es geht plötzlich um Abstimmungen, Linke, Grüne oder Neuzuzüger.

«Geniesst, was ihr wählt», heisst es etwa in einem Kommentar.

Eine andere Person schreibt: «Nach dem Abstimmungssonntag wird das noch viel schlimmer.» Wieder jemand anderes meint: «Gwönnäd öi dra, das wird in Zukunft normal si.»

Andere kritisieren genau diese Richtung der Debatte. Eine Nutzerin schreibt, schlimmer als der Abfall sei für sie «die Politisierung von rechter Seite». Es sei «so einfach», immer «diesen anderen» die Schuld für alles Wüste zuzuschreiben.

Im Sommer stärker genutzt

Gerade in den Sommermonaten und bei schönem Wetter würden öffentliche Anlagen und Aufenthaltsorte in Stäfa intensiv genutzt, schreibt Maag weiter.

Die Gemeinde sorgt mit regelmässigen Kontroll-, Reinigungs- und Unterhaltsarbeiten für einen gepflegten öffentlichen Raum.

Stäfa FCZ Schmierereien
Stäfa wird regelmässig mit FCZ-Tags versprayt - Facebook/DubischvoStäfa

Ob öffentliche Plätze dauerhaft sauber blieben, hänge jedoch wesentlich von der «Eigenverantwortung der Nutzerinnen und Nutzer» ab, so der stellvertretende Gemeindeschreiber.

Weiterlesen

Stäfa FCZ
104 Interaktionen
«Respektlos»
Stäfa Friedensbank
549 Interaktionen
«Traurig»
Stäfa
68 Interaktionen
Böswillig

Mehr aus Agglo Zürich

aa
1 Interaktionen
Grosser Sachschaden
a
7 Interaktionen
Ohne Verspätung
Männedorf
Dietikon

Mehr aus Zürich

Heidi Grebe
Zurich Pride