Zürich soll Gesundheitsversorgung für Transpersonen verbessern

Die Stadt Zürich soll Transpersonen einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung bieten. Das Stadtparlament hat am Mittwoch einen entsprechenden Vorstoss klar überwiesen. Einige Voten der SVP schockierten linke Parlamentarierinnen und Parlamentarier aber.

«Kinderverstümmelung», «Genitalverstümmelung» «barbarischer als jeder afrikanische Stamm» oder «Pseudofortschrittlichkeit»: Jane Bailey und Johann Widmer von der SVP drückten ihre Meinung zu geschlechtsangleichenden Operationen bei Jugendlichen am Mittwoch im Zürcher Stadtparlament deutlich aus.
Thema war ein Postulat, das fordert, die Gesundheitsversorgung für Transpersonen sicherzustellen und zu verbessern. Susan Wiget (AL) fand die Voten der SVP «heavy». «Es geht hier um Grundrechte, nicht Ideologien», entgegnete sie. Leonora Seiler (Grüne) fand es «sehr schlimm, was da von rechts kommt». Lange Wartezeiten, etwa für psychologische Hilfe, könnten für Transpersonen als vulnerable Gruppe sehr belastend sein.
«Menschenverachtender Vergleich»
Auch Mitte, SP und GLP stellten sich hinter den Vorstoss. «Minderheitenschutz sollten nicht nur leere Worte sein», sagte Nicolas Cavalli (GLP). Transpersonen sollten ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft sein, auch bei der Gesundheitsversorgung, sagte er. Karin Weyermann (Mitte) meinte, dass es ja nicht zwingend darum gehe «sofort unters Messer zu kommen». Auch der Zugang zu psychologischer Betreuung solle einfacher möglich sein.
Marco Denoth (SP), Erstunterzeichner des Postulats, fand es schliesslich «menschenverachtend, Transition mit Geitalverstümmelung zu vergleichen». «Ihr habt den Eingriff offensichtlich nicht verstanden. Dann solltet ihr auch schweigen», meinte Denoth. Ihm sei bei den SVP-Voten «einfach nur schlecht» geworden.
Stadtrat Andreas Hauri (GLP) sprach sich gegen ein Verbot von geschlechtsangleichenden Operationen bei Jugendlichen aus. Alle Menschen müssten den gleichen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.
Der Rat überwies das Postulat mit 83 zu 35 Stimmen.





