Zürcher S-Bahn hält der Hitze bislang trotz Gleisproblemen stand

Die anhaltende Hitzewelle hat den öffentlichen Verkehr in der Region Zürich in den vergangen Tagen gefordert. Die Klimaanlagen laufen trotz der Hitze bislang meist zuverlässig. Vereinzelt für Probleme sorgten in den vergangenen Tage Schienen und Weichen.

Seit Tagen herrscht in der Schweiz eine Hitzewelle mit Temperaturen von über 30 Grad. Besonders stark gefordert sind beispielsweise die Klimaanlagen in den S-Bahnen. «Wenn die Klimageräte unter Volllast laufen, kommt es zu vermehrten Störungen oder Ausfällen», hiess es bei der Medienstelle der SBB auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die SBB tausche defekte Geräte so rasch wie möglich aus und ersetze wenn möglich betroffene Züge durch Ersatzzüge.
98 Prozent aller SBB-Züge verfügen laut Medienstelle über Klimaanlagen. Die wenigen Züge, die keine haben, sind im Online-Fahrplan der SBB entsprechend gekennzeichnet. Es handelt sich dabei vorwiegend um Zusatzzüge in der Hauptverkehrszeit.
Grundsätzlich unternehmen die SBB «alles Maschinen- und Menschenmögliche», um die Temperaturen auf einem angenehmen Niveau, oder an besonders heissen Tagen zumindest unter 30 Grad zu halten. Die Innentemperatur liege an heissen Tagen zwischen drei und maximal zehn Grad unter der Aussentemperatur.
Messungen von Keystone-SDA in rund einem halben Dutzend S-Bahnen am Montag bestätigten dies. Bei Aussentemperaturen von 25 bis 32 Grad bewegten sich die Temperaturen in den S-Bahnen zwischen 25 und 29 Grad.
Das hochsommerliche Wetter sorgt bei den SBB allerdings auch abseits der Klimaanlagen für zusätzliche Arbeit. Die Hitze wirkt sich intensiv auf Bahnanlagen und Rollmaterial aus. Laut Medienstelle kann dies vereinzelt zu Einschränkungen führen.
Die extremen Temperaturen belasten vor allem die Schieneninfrastruktur. Bei grosser Hitze dehnt sich der Stahl aus, was zu Verformungen an Gleisen oder Weichen sowie zu Störungen an Fahrleitungen führen kann. Dass dies keine theoretische Gefahr ist, zeigte sich am Montagnachmittag im Zürcher Hauptbahnhof. Dort musste eine Weiche neu eingestellt werden, weil sich das Material durch die Sonne zu stark ausgedehnt hatte. Einige Züge verkehrten in der Folge mit geringen Verspätungen.
Zu einer weiteren hitzebedingten Störung kam es am Dienstagmorgen zwischen Dachsen und Marthalen. Wegen des Verdachts auf einen Gleisschaden wurde die Strecke kurzzeitig unterbrochen. Nach Untersuchung des Abschnitts konnte jedoch Entwarnung geben werden: Es wurde kein Schaden festgestellt, sodass die Züge schnell wieder gemäss Fahrplan verkehrten.
Auch für die Klimasysteme in den VBZ-Trams und -Bussen stellen die anhaltend hohen Temperaturen eine «besondere Herausforderung» dar, wie eine Sprecherin auf Anfrage von Keystone-SDA mitteilte.
Durch das häufige Öffnen der Türen an den Haltestellen, den hohen Fahrgastwechsel sowie die intensive Sonneneinstrahlung lasse sich die Temperatur im Fahrgastraum nur bedingt regulieren. Die Technik werde dadurch stark beansprucht, was zu Komforteinbussen für Personal und Fahrgäste führen könne.
Laut der Sprecherin sind bis auf die Tram2000-Fahrzeuge alle VBZ-Fahrzeuge mit einer Klimaanlage ausgestattet. Diese seien nur noch vereinzelt auf den unterschiedlichen Linien unterwegs und würden nach und nach durch die Flexity-Tram-Generation abgelöst.
Die Situation werde laufende beobachtet und die Fahrzeuge überprüft, damit die Betriebssicherheit weiterhin gewährleistet sei, so die VBZ-Sprecherin.




