Zürcher Regierung will keine «Transpersonen-Regelung»

Der Zürcher Regierungsrat will keine «Transpersonen-Regelung», um Frauenräume zu schützen. Es gebe keinen Grund, wegen ein paar Einzelereignissen rechtlich tätig zu werden, schreibt der Regierungsrat in einer am Donnerstag publizierten Antwort.

Der Regierungsrat empfiehlt die Motion von EDU und SVP für eine «Transpersonen-Regelung» deshalb zur Ablehnung. Das Geschäft geht nun an den Kantonsrat. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament dürfte das Anliegen aber kaum Chancen haben.
Betreiberinnen und Betreiber von Damensaunas und Frauenbädern müssen wohl auch künftig selber entscheiden, wie sie sich in einer solch heiklen Situation verhalten. Also ob sie Transfrauen in den Frauenbereich lassen, obwohl sie körperlich als Mann gelesen werden.
EDU und SVP wollen mit ihrer Motion genau dies verhindern. Sie verlangen eine gesetzliche Regelung, damit Frauenbereiche biologischen Frauen vorbehalten werden oder solchen, die «weiblich gelesen» werden. Transfrauen, die als Männer gelesen werden, sollen von Frauenbereichen ausgeschlossen werden.
Die Regelung soll nach Ansicht von SVP und EDU nicht nur in Bädern und Saunen zur Anwendung kommen, sondern auch in Toiletten, Garderoben, Gefängnissen oder Schlafräumen.
Polizei führt Transfrau aus Berner Frauenbadi
Auslöser für den Vorstoss war ein Vorfall im Paradiesli, dem Frauenabteil des Berner Marzilibads. Dort wurde in diesem Sommer eine Transfrau von der Polizei aus dem Bad gebracht, weil sich anwesende Frauen von ihr gestört fühlten.
Die Stadt Bern entschuldigte sich danach bei ihr. Der Badebetrieb habe sich fälschlicherweise für eine polizeiliche Wegweisung entschieden. «Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, haben Zugang zum Paradiesli.»
Auch in der Stadt Zürich wurde schon Personen der Zugang zur Frauenbadi an der Limmat verwehrt, weil sie nicht «weiblich gelesen» wurden. Für Aufsehen sorgte ein Fall im Sommer 2022, als eine Person mit Schnauz in die Frauenbadi wollte. Sie wurde vom Personal abgewiesen, obwohl sie im Ausweis als Frau registriert war.





