Winterthur

    Winterthur: Teilerfolg für Bürgerliche im Tempo-30-Streit

    Sandro Portmann
    Sandro Portmann

    Winterthur Stadt,

    Das Statthalteramt Winterthur hat die Tempo-30-Anordnung auf der Tösstalstrasse aufgehoben. Die Stadt zieht den Beschluss weiter.

    Über das Temporegime auf der Tösstalstrasse wird gestritten.
    Über das Temporegime auf der Tösstalstrasse wird gestritten. - gs

    Der Streit um das Temporegime auf der Tösstalstrasse ist ein Kapitel reicher. Das Statthalteramt Winterthur hat den Rekurrenten recht gegeben. Das von der Stadt geplante Tempo-30-Regime im Abschnitt von der Landvogt-Waser-Strasse bis Oberseenerstrasse sei aufzuheben.

    Dies, weil die Zustimmung der kantonalen Behörde fehle. Davon nicht betroffen ist das Strassenprojekt Abschnitt Zwingliplatz bis Landvogt-Waser-Strasse, wo ebenfalls Tempo 30 geplant ist.

    «Dieser Entscheid ist ein Sieg für flüssigeren Verkehr: für das Gewerbe, die Pendler und den öffentlichen Verkehr. Die Bevölkerung von Seen hat mit der deutlichen Annahme der Mobilitätsinitiative gezeigt, dass sie auf den Hauptverkehrsachsen kein Tempo 30 wünscht», sagt Manuel Zanoni, Vizepräsident der SVP Seen und Werner Schurter, Präsident von «Winterthur: agil-mobil», meint:

    «Eine gute Erreichbarkeit Winterthurs für alle Verkehrsteilnehmenden nützt dem Wirtschaftsstandort Winterthur. Es braucht eine pragmatische statt ideologische Verkehrspolitik.»

    Tempo-30-Zonen
    Das von der Stadt geplante Tempo-30-Regime im Abschnitt von der Landvogt-Waser-Strasse bis Oberseenerstrasse sei aufzuheben. (Symbolbild) - keystone

    «Intransparent»

    Beide kritisieren das Vorgehen der Stadt und sprechen von einer Nacht-und-Nebelaktion. «Besonders stossend: Nicht einmal das städtische ‹Zielbild Temporegime› sah für das Jahr 2025 in diesem Gebiet Tempo 30 vor!», heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Das Statthalteramt hob die Anordnung am 16. September auf.

    Manuel Zanoni hätte sich eine offenere Kommunikation von der Stadt gewünscht. «Die intransparente Weise, wie der Stadtrat versucht hat, diese Massnahme am Volk vorbei durchzudrücken, ist undemokratisch und damit nicht akzeptabel», sagt er.

    Eine Lärmschutzmassnahme

    Auch wenn über das Temporegime in Winterthur immer wieder gestritten wird, ist man sich über die Notwendigkeit einer Sanierung der Tösstalstrasse einig. Die Strasse weist erhebliche Abnutzungserscheinungen und Belagsschäden auf. Auch die Werkleitungen müssen erneuert werden.

    Befürwortest du Tempo 30 in Städten?

    Die Stadt nahm dies zum Anlass, die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu senken. Dies, so die Stadt, sei eine Lärmschutzmassnahme, denn bei 166 Objekten, beziehungsweise bei 3555 Personen im Projektperimeter liege die Lärmbelastung über den Immissionsgrenzwerten. Zudem könne die Verkehrssicherheit erhöht werden.

    Stadt zieht Entscheid weiter

    Bei der Stadt Winterthur weist man darauf hin, dass der Entscheid noch nicht rechtskräftig ist. «Die Rekursfrist läuft, und die Stadt wird ihn an das Verwaltungsgericht weiterziehen, weil uns die Auslegung des Statthalteramts nicht überzeugt», sagt Michael Graf, Kommunikationsbeauftragter Departement Bau und Mobilität. Inhaltlich äussere sich die Stadt nicht zu laufenden Verfahren.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.

    Kommentare

    User #9399 (nicht angemeldet)

    Kindergarten. Überall Kindergarten.

    User #8259 (nicht angemeldet)

    Alle die vielen 30er Zone bringen gar nichts - das ist reine links-ideologische Zwängerei gegen die so verhassten Autofahrer.

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