Wie der Kanton Zürich seinen Wald fit für die Zukunft machen will

Der Kanton Zürich hat seinen Waldentwicklungsplan überarbeitet. Künftig stehen Holznutzung, Biodiversität, Schutz und Erholung gleichberechtigt nebeneinander.

Um den Wald an das veränderte Klima anzupassen und den vielfältigen Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden, passt der Kanton den strategischen Fokus an. Dies teilte die Baudirektion am Freitag mit.
Anstatt einzelnen Funktionen in bestimmten Gebieten strikt den Vorrang zu geben, zeigt das neue Konzept auf, wo sich unterschiedliche Interessen überlagern. Dadurch sollen die verschiedenen Ansprüche besser aufeinander abgestimmt werden.
Zonen für Erholung
Weil immer mehr Menschen ihre Freizeit im Wald verbringen, sieht der Plan die Schaffung speziell definierter Gebiete für eine intensive Erholungsnutzung vor. In diesen Zonen können Gemeinden künftig Aktivitäten wie Mountainbiken oder grössere Grillplätze gezielt bündeln. Dies soll im Gegenzug sensible Lebensräume für Pflanzen und Tiere im restlichen Wald entlasten.
Gleichzeitig erhält die Biodiversität ein besonderes Gewicht. Ein artenreicher Wald ist gemäss Mitteilung widerstandsfähiger gegen Stürme, Schädlinge und extreme Trockenheit. Entsprechend scheidet der Kanton im neuen Plan besondere Flächen aus, auf denen die Naturförderung im Zentrum steht.
Trotz des Fokus auf Naturschutz und Erholung bleibt die Holzproduktion ein zentraler Pfeiler. Der Plan strebt dafür eine sogenannte Kaskadennutzung an: Das geschlagene Holz soll zuerst als langlebiges Material für Gebäude oder Möbel dienen und mehrfach recycelt werden. Erst ganz am Schluss des Kreislaufs ist die Verbrennung zur Energiegewinnung vorgesehen, wodurch das klimaschädliche CO2 deutlich länger im Holz gebunden bleibt.




