Stadt Zürich

Temporäre Frauen-Notschlafstelle in Zürich ist gut ausgelastet

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Im Schnitt nächtigen zehn obdachlose Frauen in der neuen temporären Notschlafstelle für Frauen in der Stadt Zürich – Platz gibt es für 18. Mit diesem neuen Angebot sorgt die Stadt dafür, dass in den Wintermonaten ausreichend Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung stehen.

Die Notschlafstelle an der Rosengartenstrasse ist während des temporären Betriebs der Frauen-Notschlafstelle an der Gerechtigkeitsgasse nur für Männer in Betrieb. (Archivbild)
Die Notschlafstelle an der Rosengartenstrasse ist während des temporären Betriebs der Frauen-Notschlafstelle an der Gerechtigkeitsgasse nur für Männer in Betrieb. (Archivbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die neue Frauen-Notschlafstelle an der Gerechtigkeitsgasse im Kreis 1 ist seit Anfang Dezember in Betrieb. Sie werde von den Nutzerinnen «sehr geschätzt», hiess es beim Sozialdepartement auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Bei den Frauen handle es sich häufig um Menschen mit psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel einer Suchtmittelabhängigkeit.

Die neue Frauen-Notschlafstelle ersetzt vorübergehend den «Frauenstock» in der ganzjährig betriebenen städtischen Notschlafstelle an der Rosengartenstrasse. In den vergangenen Jahren ist deren Nutzung angestiegen. Während des temporären Betriebs der Frauen-Notschlafstelle von Dezember bis April ist der Hauptstandort ausschliesslich für Männer geöffnet.

Laut dem Sozialdepartement gibt es keine generellen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. In der Frauen-Notschlafstelle sei es viel ruhiger. Dies hänge aber mit der Grösse sowie den Zimmern zusammen.

In der Frauen-Notschlafstelle, die ausschliesslich von weiblichem Personal betreut wird, stehen insgesamt 18 Plätze zur Verfügung, wobei ein Zimmer für LGBTQI+-Personen ist. Am Hauptstandort gibt es 52 Plätze. Die Unterkunft für Frauen verfügt über Einer- und Zweierzimmer, während an der Rosengartenstrasse Zimmer mit bis zu sechs Betten genutzt werden.

Die Notschlafstellen sind grundsätzlich den Stadtzürcherinnen und Stadtzürchern vorbehalten. In Notsituationen würden aber auch auswärtige Menschen für eine Nacht oder ein Wochenende aufgenommen und danach an ihre Herkunftsgemeinde oder in ihr Heimatland triagiert, heisst es auf der Internetseite der Stadt.

Neben dem städtischen Angebot für Obdachlose besteht in Zürich auch die Notschlafstelle des Sozialwerks Pfarrer Sieber, der so genannte Pfuusbus beim Albisgüetli mit 46 Betten. Dieser ist während des Winterhalbjahrs von Mitte November bis Mitte April geöffnet.

In der aktuellen Betriebszeit verzeichnete der Pfuusbus bislang 2735 Übernachtungen, wie es beim Sozialwerk auf Anfrage von Keystone-SDA hiess. Das sind im Schnitt 35 pro Nacht und rund 20 Prozent weniger als in der Vorsaison, einer Rekordsaison.

Grund für den Rückgang dürften laut dem Sozialwerk unter anderem die Sozialberaterinnen und Sozialberater sein, die nun täglich im Pfuusbus im Einsatz sind. Gemeinsam mit den Gästen arbeiten sie an Anschlusslösungen.

Zudem wurde im Sommer ein Pilotprojekt durchgeführt. Dabei wurden Langzeitgäste in einer Art WG gezielt auf Anschlusslösungen wie etwa betreute Wohnformen vorbereitet. 14 von 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fanden dann auch tatsächlich eine Anschlusslösung.

Frauen machen im Pfuusbus 15 bis 20 Prozent der Gäste aus. Dieser Anteil entspreche jenem der Vorjahre. Für Frauen steht ein abgetrennter Bereich zur Verfügung.

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