Sanija Ameti erklärt Wurst-Aktion: «Würste für die Freiheit»

Nach dem Urteil gegen sie überrascht Sanija Ameti mit Würsten und Worten. Auf LinkedIn liefert sie nun eine Erklärung – und verweist auf Zwingli.

Das Wichtigste in Kürze
- Sanija Ameti hat auf LinkedIn ihre Aktion mit den Würsten erklärt.
- Sie bezieht sich auf die Zürcher Reformation und das Wurstessen 1522.
- Ameti kritisiert den Blasphemie-Artikel 261 StGB, wegen dem sie verurteilt wurde.
- Die Aktion soll ein Symbol für Meinungsfreiheit und historischen Fortschritt sein.
Ein leerer Stuhl, ein gedruckter Text – und ein Teller Würste: So präsentierte sich Sanija Ameti am Tag ihrer Verurteilung vor den Medien. Nun liefert sie auf LinkedIn die Erklärung für ihren ungewöhnlichen Auftritt.
Die ehemalige GLP-Politikerin schreibt, sie habe sich mit der Aktion auf die Zürcher Reformation bezogen: «Die Reformierten wurden nicht wegen des Bildersturms verurteilt, sondern wegen des Wurstessens am Fastensonntag.» Genau darauf habe sie angespielt – auf den historischen Tabubruch im Jahr 1522.

Der Slogan «Würste für die Freiheit» sei ihre Antwort auf das heutige Recht: Ameti wurde verurteilt, weil sie auf ein Bild der Maria mit Jesuskind geschossen und die Aufnahmen online gestellt hatte.
Zwar hielt das Gericht fest, dass Sanija Ameti nicht primär gläubige Christen habe verletzen wollen. Dennoch sprach der Einzelrichter sie wegen Herabsetzung religiöser Gefühle schuldig – gestützt auf Artikel 261 des Strafgesetzbuches.

Auf LinkedIn kritisiert Ameti diesen Artikel scharf. Er sei ein Anachronismus. Und sie selbst habe sich «seit langem nicht mehr so frei gefühlt». Ihre Würste seien ein symbolischer Abschied von der «öffentlichen Figur».
Zum Urteil selbst will sie sich später nochmals detaillierter äussern.






