Stadt Zürich

Parteien fordern Feuerwerksverbot im Kanton Zürich

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Kantonsrätinnen und Kantonsräte mehrerer Parteien fordern ein Verbot von lautem Feuerwerk im Kanton Zürich. In mehreren Gemeinden wurde schon darüber abgestimmt, auch auf Bundesebene wurde eine Regelung debattiert.

Immer mehr Gemeinden im Kanton Zürich erlassen ein Verbot für lautes Feuerwerk. Nun soll der Kanton nachziehen, fordern Politikerinnen und Politiker mehrerer Parteien. (Symbolbild)
Immer mehr Gemeinden im Kanton Zürich erlassen ein Verbot für lautes Feuerwerk. Nun soll der Kanton nachziehen, fordern Politikerinnen und Politiker mehrerer Parteien. (Symbolbild) - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die Räte in Bundesbern schienen sich einig: Der Import von lautem Feuerwerk soll verboten werden. Den Gemeinden sollte noch offenstehen, ob sie etwa Feuerwerk am 1. August oder an Silvester erlauben wollen. Hintergrund ist die Feuerwerksinitiative. Diese will Verkauf und Verwendung von Feuerwerk, das Lärm erzeugt, verbieten.

Das Parlament erarbeitete einen Gegenvorschlag aus, der in Kraft getreten wäre, wenn die Initiative zurückgezogen worden wäre. Doch im letzten Moment stellte sich der Nationalrat dagegen – er lehnte am Freitag den Gegenvorschlag mit 114 zu 79 Stimmen bei 6 Enthaltungen ab. Nun wird das Stimmvolk über die Initiative befinden.

Zürcher Kantonsrätinnen und Kantonsräte wollen aber auch eine kantonale Regelung einführen. Daniel Sommer (EVP, Affoltern am Albis), Ruth Ackermann (Mitte, Zürich), Jonas Pfister (Grüne, Winterthur), Markus Bärtschiger (SP, Schlieren) und Gianna Berger (AL, Zürich) wollen mit einem Postulat lautes Feuerwerk einschränken. Feuerwerk wie Vulkane, Wunderkerzen und bengalisches Feuer blieben erlaubt. Ausnahmebewilligungen blieben den Gemeinden überlassen.

In den letzten Jahren habe das unkontrollierte Abfeuern von Feuerwerken in vielen Gemeinden des Kantons stark zugenommen, heisst es im Vorstoss, der kürzlich publiziert wurde. Der davon ausgehende Lärm, namentlich durch laute Böller und dergleichen, mache nicht an der Gemeindegrenze halt. Gerade auch nachts hätten von Feuerwerken ausgehende Lärmbelästigungen überregionalen Charakter, weshalb zum Schutz der Gesundheit eine kantonale Regelung notwendig sei.

Bei den Zürcher Gemeinden ist das Thema längst angekommen. Reihenweise nahmen die Stimmberechtigten an Gemeindeversammlungen Initiativen für ein Verbot von lautem Feuerwerk an. Die Argumentation für ein Verbot lautet immer ähnlich: Mehr Schutz für gestresste Tiere, aber auch Rücksicht auf das Ruhebedürfnis der Menschen.

Rund 30 sind es bereits. Zuletzt sprach sich am Mittwoch die Gemeindeversammlung in Richterswil dafür aus, zwei Tage zuvor Stäfa. Und schon Ende Monat stimmt mit Wiesendangen eine weitere Gemeinde über das Verbot ab.

Bemerkenswert war die Abstimmung in Rafz vor wenigen Tagen. Gemeindepräsident Kurt Altenburger entschied diese laut Medienberichten mit einem Stichentscheid. 131 Stimmberechtigte waren für das Anliegen, 131 dagegen.

Erst kürzlich gaben Wetzikon, Gossau, Dürnten, Hinwil, Rüti und Wald bekannt, dass ab dem 1. August in allen Gemeinden lautes Feuerwerk verboten ist. Wetzikon ist neben Dietikon bisher die einzige Stadt im Kanton, die ein Verbot erliess. Das Parlament genehmigte die geänderte Polizeiverordnung.

Immerhin gab es auch schon Gemeinden, die ein Verbot abgelehnt haben. So sprach sich die Gemeindeversammlung Maur im Dezember 2025 dagegen aus. Auch in Meilen lehnten die Stimmberechtigten eine Verbotsinitiative ab.

In der Regel ist das Abbrennen von Feuerwerk nur am 1. August und an Silvester sowie mit restriktiv gehandhabten Ausnahmebewilligungen der Gemeinde erlaubt. Meilen etwa hält dazu fest: «Gesuche für Feuerwerk zum Beispiel aus Anlass eines runden Geburtstages oder einer Hochzeit oder eines Firmenjubiläums werden nicht bewilligt».

Dass einige Gemeinden bereits ein Verbot kennen, ist auch ein Grund für das kantonsrätliche Postulat. Dies führe in den betreffenden Kommunen zu klar spürbaren Verbesserungen. «Gleichzeitig wird damit aber auch einem gewissen Feuerwerks-Tourismus Vorschub geleistet», heisst es im Text.

Um das weitere Wachstum eines regulatorischen Flickenteppichs zu vermeiden, sei eine kantonale Regelung anzustreben, finden die Postulanten. Mit dem Vorstoss würde der Regierungsrat aufgefordert, ein Verbot zu prüfen.

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