«Velo-Highline»? Diese Brücke spaltet die Stadt Zürich!

Die Stadt informierte im Kreis 5 über eine ganze Reihe von Bauprojekten. Doch am Ende drehte sich alles um die Franca-Magnani-Brücke.

Seit 25 Jahren informiert die Stadt am Zürich-West Diagonal über aktuelle Planungen, Hochbauten, Infrastrukturvorhaben und Projekte im öffentlichen Raum. Am Montag war erstmals der neue Hochbauvorsteher Stadtrat Tobias Langenegger dabei.
Seine Ausführungen über die Wohnsiedlung und das Tramdepot Hard, das Flussbad Unterer Letten, die Schulschwimmanlage Kesselhaus Letten, oder den Kiosk Josefwiese standen allerdings für die Anwesenden an diesem Abend nicht im Mittelpunkt. Dasselbe galt für die Themen, die Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher der Industriellen Betriebe, vortrug.

Die Baustelle Bahnhofquai, die Erneuerung der Wasserleitungen am Fischerweg und die Fernwärme standen im Schatten der Tiefbauprojekte, die seine Stadtratskollegin Simone Brander behandelte.
Veloverkehr als Problem
Das heisse Eisen ist die geplante 530 Meter lange und rund 10 Meter breite Franca-Magnani-Brücke, eine Verbindung über das Gleisfeld zwischen den Kreisen 4 und 5. Ihr soll die Yonex-Badminton-Halle weichen.
«Die Situation bei der Rampe, die nicht zu steil sein soll, erfordert leider den Rückbau», betonte Simone Brander noch einmal ihren Standpunkt. 2029 ist die Volksabstimmung geplant, 2034 soll die Brücke schliesslich fertig sein.
Über diese Brücke sowie eine geplante neue Velobrücke über die Limmat soll auch eine Velovorzugsroute von Wipkingen nach Wiedikon führen. Als Verbindung der beiden Brücken soll die Viaduktstrasse dienen.
«Diese ist aber heute schon stark frequentiert», hielt Marco Müller vom Quartierverein 5 Industrie fest. Dort würden Menschen flanieren und Anlieferungen erfolgen.
«Der zu erwartende grosse Velo-Mehrverkehr durch die enge Viaduktstrasse wird im Mischverkehr mit den Fussgängerinnen und Fussgängern geführt». Verhältnisse wie früher an der Langstrasse seien vorprogrammiert. «Die Rampe der Brücke führt direkt in eine Fussgängerzone.»

Der Quartierverein schlägt deshalb eine «Velo-Highline» vor. Anstelle der Rampe der Franca-Magnani-Brücke soll eine Transit-Velo-Hochroute bis zur geplanten Velobrücke über die Limmat weitergeführt werden.
So gebe es keinen unnötigen Velo-Transitverkehr im Quartier und die Einkaufs- und Flaniermeile Viadukt werde nicht zerstört. Die Yonex-Badminton-Halle könne mit dieser Lösung bleiben.
Müller erntete viel Applaus für seine Ausführungen. Stadträtin Simone Brander nahm die Stimmung auf: «Wir denken selbstverständlich beide Brücken bei der Planung mit», versicherte sie, auch wenn das Tiefbauamt in einer Studie die Velo-Highline nicht als mögliche Variante aufgenommen hatte.
Es würde auch Velofahrende geben, die nicht auf einer solchen Highline bleiben. Zudem gebe es einen Richtplan-Eintrag für die Velovorzugsroute. Und eine Velo- und Fussgängerbrücke über die Limmat liege erst als Skizze vor.
Die Planauflage für das Projekt der Franca-Magnani-Brücke soll nach den Sommerferien vorliegen. Für Diskussion sorgte überdies die geplante Neuaufteilung des Strassenraums an der Hardturmstrasse.
Im Bereich Hardturmstrasse West ist Mischverkehr für Autos und Tram vorgesehen. Dies zugunsten von breiteren Trottoirs, was nicht alle Anwesenden nachvollziehen konnten. Der Tenor: «Lasst es so, wie es ist.»
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt der Stadt Zürich» erschienen.






