Kanton Zürich führt definitiv «Forensic Nurses» ein

Der Kanton Zürich führt definitiv «Forensic Nurses» ein. Diese speziell ausgebildeten Pflegefachpersonen sichern Spuren bei Opfern von häuslicher und sexueller Gewalt.

Die ersten «Forensic Nurses» rückten im April 2024 noch im Rahmen eines Pilotprojektes aus. Die Nachfrage nach einem solchen aufsuchenden Dienst war von Beginn an gross: Von April bis Dezember 2024 wurden statt der erwarteten 150 Fälle insgesamt 279 forensische Untersuchungen und Telefonberatungen verzeichnet.
Auch 2025 lag die Nachfrage mit 512 Fällen klar über den Erwartungen, wie aus den am Donnerstag publizierten Zahlen hervorgeht. In 13 Prozent der Fälle machten die Opfer nachträglich noch eine Anzeige bei der Polizei.
Verglichen mit früheren Zeiträumen ohne «Forensic Nurses» sei dies ein hoher Wert, schreibt der Regierungsrat. Mit Hilfe der «Forensic Nurses» wird also auch die strafrechtliche Verfolgung von häuslicher Gewalt und Sexualdelikten verbessert.
Der Regierungsrat hat deshalb entschieden, das Angebot definitiv einzuführen. Ab 2027 werden die «Forensic Nurses» in einen dauerhaften Betrieb überführt. Der Regierungsrat will das Angebot zudem weiterentwickeln: Er plant bis Anfang 2028 eine Anlaufstelle für jene Opfer, die keine Spitalbehandlung benötigen.
Mit dieser Anlaufstelle erfüllt der Regierungsrat auch eine Motion aus dem Kantonsrat. Der Vorstoss, der ein solches Krisenzentrum verlangte, stammte von Grünen, GLP, AL, SP und EVP.





