Eugen Hunziker (SVP): «In Wirtschaftskreisen herrscht Chaos & Panik»

Eugen Hunziker, Präsident SVP Oetwil am See, spricht sich in seinem Gastbeitrag für ein Ja zur Nachhaltigkeits-Initiative aus.

Das Wichtigste in Kürze
Medial lautstark und mit vielen Millionen unterstützt warnen Wirtschaftskreise inkl. dem CEO der Migros vor angeblichen Folgen, die der Schweiz bei Annahme der Nachhaltigkeits-Initiative drohten.
Es werden wie gewohnt schlimmste Szenarien skizziert, die aber rein hypothetisch und dramatisch übertrieben sind. Damit wird weniger ein drohendes Problem beschrieben, als vielmehr der Kern der heutigen Herausforderung: ein Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell, das nur noch durch kontinuierliches Bevölkerungs-Wachstum und ständige Zufuhr ausländischer Arbeitskräfte stabil gehalten werden kann.
Diese strukturelle Abhängigkeit von Zuwanderung ist keine Stärke, sondern ein Zeichen fehlender Nachhaltigkeit. Statt Ineffizienzen abzubauen und so Mittel für höhere Löhne für die einheimischen Angestellten freizumachen, greift man zur einfachsten und kurzfristig bequemsten Lösung, nämlich zur unkontrollierten Einwanderung. Langfristig verdrängt diese Strategie jedoch genau jene Investitionen, die echte qualitative Entwicklung ermöglichen würde.
Die Nachhaltigkeits-Initiative verlangt kein Nullwachstum oder gar eine Rückführung von Personen, die einer anständigen Arbeit nachgehen zum Wohle von Schweizer Firmen.
Es geht darum, das Wachstum auf ein gesundes Mass zu bringen. Und um nichts anderes. Für diese Wirtschaftskreise mögen die jährlich 100'000 Zuwanderer, die zusätzlich in der Schweiz bleiben, primär potentielle Kunden sein, die ihren Umsatz und Gewinn ankurbeln.
Die EU-Personenfreizügigkeit ermöglicht es Firmen wie der Migros, Lohndumping im grossen Stil zu betreiben und so die Löhne tief zu halten. Logisch, lassen sich immer weniger Schweizer Arbeitnehmer für offene Stellen finden, wenn sich die Löhne sukzessive dem EU-Niveau annähern.
Gottlieb Duttweiler, der Gründer der Migros, verstand sein Unternehmen stets auch als gesellschaftlichen Akteur. Er dachte nicht in Quartalszahlen, sondern in Generationen und stellte die Frage, was der Schweiz als Ganzes dient. Er hätte bestimmt kein Modell unterstützt, das dauerhaft auf immer grösseres Bevölkerungswachstum und eine immer grössere Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften setzt.
Wahrscheinlicher ist, dass er genau diese Abhängigkeit hinterfragt hätte. Es geht um die grundsätzliche Frage «wie viel Wachstum verträgt die Schweiz noch – und zu welchem Preis für Lebensqualität, Natur, Infrastruktur, Wohnkosten, sozialen Frieden und den Zusammenhalt der Gesellschaft?»

Wir brauchen keine ideologischen Scheuklappen, sondern eine ehrliche, langfristige Perspektive. Und zwar eine, die den Wohlstand und die einzigartige Lebensqualität der Schweiz auch für kommende Generationen sichert – statt sie durch ungebremstes Wachstum zu gefährden.
Deshalb am 14. Juni 2026 Ja zur Nachhaltigkeits-Initiative !
Zum Autor
Eugen Hunziker ist Präsident SVP Oetwil am See.





