«Bleiben leer»: Zürchern stinken Hundedreck-Kübel neben Bänkli

Bettina Zanni
Bettina Zanni, Nico Leuthold

Stäfa,

Rund um den Lützelsee in Zürich laden Sitzbänke zum Verweilen ein. Der Gestank aus den Kübeln verdirbt Spazierenden aber das Vergnügen.

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Eine Umfrage von Nau.ch bei Spazierenden zeigt, dass manche die Kübel an einen anderen Ort stellen würden. - Nau.ch/Nico Leuthold

Das Wichtigste in Kürze

  • In den Kübeln bei den Sitzbänken am Lützelsee kann auch Hundekot entsorgt werden.
  • Bei warmem Wetter stinke es, kritisieren Spazierende.
  • Die Gemeinde Hombrechtikon reagiert mit einem Aufruf.

Einem Spaziergänger aus Hombrechtikon ZH stinkts. Ironisch schreibt er in einer lokalen Facebook-Gruppe: «Die riechen so herrlich nach Chanel No 5 (einem Luxusparfum, Anmerkung d. Redaktion), wenn es nur schon etwas wärmer wird.»

Gemeint sind die Abfallkübel zwischen den Sitzbänken rund um den Lützelsee. Denn: In diesen dürfen auch Säckchen mit Hundedreck entsorgt werden.

Offenbar ist der Gestank an warmen Tagen so unerträglich, dass Spazierende die Bänke scheuen. «Die Sitzbänke bleiben leer», behauptet der Spaziergänger.

Ihm erschliesse sich diese Platzierung der Hundekotkübel nicht. Für ihn steht fest: «Das war eine Fehlplanung.»

«Riechen im Sommer»

Der Mann übertreibt nicht, wie eine Umfrage von Nau.ch bei anderen Spazierenden zeigt. «Abfallkübel mit Hundekot drin riechen im Sommer, wenn es heiss ist», sagt Priska (79) – das sei unangenehm.

Diese Erfahrung hat auch Gerhard (73) gemacht. Robidogs seien eine Alternative. «Aber nicht am selben Ort.» Er verstehe aber auch, dass Kübel an einem einzigen Standort das Leeren fürs Personal erleichterten.

Sind Abfallkübel bei Sitzbänken okay?

Sogar Hündelern stinken die Kübel. «Wenn die Hitze draufbrennt, haben wir eine Art Backofen und dann stinkt's», sagt Gabriele (60). Man müsste Robidogs aufstellen – und nicht zwischen den Bänken, sondern entfernter, schlägt sie vor.

Spaziergängerin befürchtet: Leute würden Abfall «sonst wohin werfen»

Anders sieht es Sandra (59) – sie findet die Kritik ein «Jammern auf hohem Niveau». Sie sagt: «Befindet sich der Kübel nicht gerade nebenan, werfen die meisten Leute den Abfall sonst wohin», sagt sie.

Hans Ruedi (67) und Claudia (59) setzen sich dort manchmal auf ein Bänkli. Ihnen sei bisher kein Gestank aufgefallen, sagt Hans Ruedi. Ansonsten müsste die Gemeinde die Kübel öfter leeren.

Den Frust der Leute können die beiden aber nachvollziehen. «Wenn es wirklich aus den Kübeln riecht, dann würde es mich auch ansch****en», platzt es aus Hans Ruedi heraus.

Gemeinde verteidigt Kübel-Platzierung

Der Facebook-Spaziergänger wurde wegen des Gestanks bei der Gemeinde vorstellig. «Die Antwort der Gemeinde überrascht mich. Man nimmt dies in Kauf», schreibt er.

Tatsächlich sieht die Gemeinde keinen Handlungsbedarf.

Die Gemeinde stellte 2016 rund um den Lützelsee neun 70-Liter-Kübel für Abfall und Hundekot auf. Im öffentlichen Raum böten die Kübel Passanten die Möglichkeit, Verpackungen direkt zu entsorgen, sagt Thomas Etter, Ressortvorstand Tiefbau und Werke.

«Ohne diese Kübel würde das nachträgliche Einsammeln von herumliegendem Müll für die Gemeinde zusätzliche Reinigungskosten und Mehraufwand verursachen.»

Zudem werde achtlos weggeworfener Abfall von Tieren gefressen oder im ganzen Gebiet zerstreut.

Etter bestätigt den Gestank bei warmem Wetter nicht. Geruchsemissionen hängen immer vom Entsorgungsinhalt ab, sagt er.

Gewisse Abfälle riechen intensiver als andere. «Bei warmem Wetter und organischen Abfällen, vor allem Fleisch, kann es durchaus sein, dass der Abfall schlechte Gerüchte verursacht.»

Gemeinde: Hündeler sollen Säcke gut verschliessen

Wie sich die schlechten Gerüche auf die Nutzung der Bänke auswirkt, kann Thomas Etter nicht sagen. Die Gemeinde führe keine Statistik darüber, wie oft diese genutzt würden.

«Wir sind aber überzeugt, dass die Sitzbänke rund um den Lützelsee einem Bedürfnis der Bevölkerung entsprechen.»

Etter macht darauf aufmerksam, dass das Strassenteam die Sitzbänke regelmässig reinigt und unterhält. «Die Abfallkübel werden dreimal pro Woche gereinigt und geleert.»

Die Gemeinde rufe die Bevölkerung auf, die Abfallkübel für die dafür vorgesehenen Zwecke zu nutzen. «Und insbesondere Hundekot-Säckchen auch korrekt zu verschliessen.»

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