Uni-Rektor warnt vor den Folgen von höheren Studiengebühren

Der Rektor der Universität Zürich, Michael Schaepman, hat sich in einem Interview mit der «NZZ» klar gegen eine Erhöhung der Semesterbeiträge ausgesprochen.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Interview sagt Rektor Schaepman, die Semestergebühren seien finanziell kaum relevant.
- Er warnt, höhere Gebühren würden laut Interview soziale Ungleichheiten verstärken.
- Hohe Kosten könnten Studierende abschrecken.
Die heutigen Semesterbeiträge von 720 Franken folgten keiner marktwirtschaftlichen Logik. «Das ist eine rein historisch gewachsene, letztlich willkürliche Eintrittsschwelle», sagte Michael Schaepman im Interview mit der «NZZ».
Der Uni-Rektor warnte zudem vor sozialen Folgen. Bereits heute spiele die finanzielle Situation der Eltern eine wichtige Rolle bei der Studienwahl. «Wir sollten den sozialen Aufstieg nicht weiter durch finanzielle Hürden erschweren», sagte Schaepman weiter.
Studiengebühren fallen für Unis nicht gross ins Gewicht
Kritisch sehe er auch einzelne Erhöhungen in kostenintensiven Studiengängen wie Medizin, da sich diese kaum mit einem Nebenjob vereinbaren liessen.
Nur rund zehn Prozent der Studierenden erhielten Stipendien oder andere finanzielle Unterstützung. Die grosse Mehrheit müsse ohne zusätzliche Hilfe auskommen.
Finanziell hätten die Semestergebühren für die Universität nur geringe Bedeutung. Sie machten laut Schaepman weniger als zwei Prozent im Budget aus. In Zahlen: Die Gebühren spülen rund 30 Millionen Franken rein, der Umsatz beträgt 1,8 Milliarden Franken.
Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb gebe er zudem zu bedenken, dass die Lebenshaltungskosten in Zürich bereits sehr hoch seien.
Studierende benötigten im Schnitt rund 2300 Franken pro Monat. Zusätzliche Gebühren könnten dazu führen, dass sich einige gegen den Studienstandort Zürich entschieden.
Schaepman bringt eine Alternative ins Spiel: Ausländische Absolventen sollen verpflichtet werden, nach dem Studium mindestens vier Jahre in der Schweiz zu arbeiten und Steuern zu bezahlen.
«Wenn wir die ausländischen Abgängerinnen und Abgänger hierbehalten, ist die Wertschöpfung viel höher als bei jeder Gebührenerhöhung», sagte Schaepman weiter.











