Stadt Zürich

Jetzt warnt sogar Bundesrat Jans vor «Manosphere»

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Zürich,

Mit dem Projekt «Vorsicht Manosphere» soll Eltern und Fachleuten Hilfe geboten werden, wenn Jugendliche Männlichkeitsideologie verherrlichen.

Manosphere Beat Jans
Nun warnt auch Justizminister Beat Jans vor der «Manosphere». Im Herbst eröffnet er in Bern eine Fachtagung zum Thema. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Website manosphere.ch bietet Hilfe für Eltern und Fachleute.
  • Jungen und junge Männer unter dem Einfluss von «Manfluencern» sei kein Randphänomen mehr.
  • Bundesrat Beat Jans wird eine Fachtagung dazu eröffnen.

Die Radikalisierung von Jungen und jungen Männern mit Männlichkeitsideologien erfolgt meist online.

Nun soll das Projekt «Vorsicht Manosphere» Hilfe anbieten, wenn Kinder und Jugendliche in eben diese «Manosphere» abzugleiten drohen: Die prominenterweise von Influencer Andrew Tate vertretene Haltung, es gebe eine naturgegebene Geschlechterordnung.

Männlichkeitsideologie in der Timeline von Teenagern

Die «Manfluencer» predigen dominante Männlichkeit und machen Frauen, Feminismus und Gleichstellung für Verunsicherung und Provokation verantwortlich. Weil dies Frauenfeindlichkeit und Gewalt anheizt, gibt es seit gestern die Plattform manosphere.ch.

«Es ist kein Randphänomen», sagt Projektkoordinator Markus Theunert von der Fachstelle männer.ch. Diese trägt die fachliche Verantwortung für das Projekt. Entstanden ist es in Begleitung der Kantone Genf und Zürich sowie der Städte Zürich und Winterthur.

Website Vorsicht manosphere.ch
Die Website manosphere.ch bietet Hilfe für Eltern und Fachpersonen. - Screenshot manosphere.ch

Experimente mit auf Teenager eingestellten Fake-Accounts auf Social-Media-Plattformen hätten gezeigt: Es gebe sehr viele Jungen, die sich ungeschützt diesen männlichkeitsideologischen Botschaften aussetzten, so Theunert. «Wenn man auf zwei-drei entsprechende Links klickt, hat man im Handumdrehen Andrew Tate & Co. in der Timeline».

Manosphere: Ein Fall für den Bundesrat

Selbst Justizminister Beat Jans engagiert sich im Rahmen des Projekts. Anfang November eröffnet er in Bern eine nationale Tagung, zusammen mit den Regierungsrätinnen Jacqueline Fehr (Zürich) und Nathalie Fontanet (Genf).

«Das Projekt ‹Vorsicht Manosphere› stärkt Eltern und Fachpersonen darin, junge Männer verantwortungsvoll zu begleiten», lässt sich Fehr zitieren. Dies sei zentral für Gewaltprävention und Gleichstellung. «Und dafür, dass junge Männer ihr Potenzial entfalten, statt toxischen Vorbildern zu folgen», so die Zürcher Justizdirektorin.

Hass Hetze Internet
In den Echokammern der «Manosphere» werden junge Männer in ihrem Hass gegen Frauen radikalisiert. - keystone

Man beantworte damit eine drängende Nachfrage, ergänzt Vivian Frei, Beauftragter Gewaltprävention im schulischen Umfeld in der Bildungsdirektion des Kantons Zürich. Eltern und Lehrpersonen stünden vor einer Herausforderung: «Dass sich viele junge Männer über soziale Medien von Männlichkeitsidealen und Weltanschauungen faszinieren lassen, die aus Erwachsenensicht hochproblematisch sind.»

Hast du schon einmal von der «Manosphere» gehört?

Hellhörig werden sollten Eltern etwa, wenn ihre Söhne Vorstellungen von männlicher Dominanz formulierten, von naturgegebener Überlegenheit, erklärte Markus Theunert. «Wenn Statussymbole wie Geld, Muskeln, Macht, schnelle Autos immer mehr Raum einnehmen.» Weitere Warnsignale, aber auch Handlungsempfehlungen findet man nun auf manosphere.ch

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