Stadt Zürich

Verleger konkurs: Meta Hiltebrands Kochheftli steht vor dem Aus

Luca Micheli
Luca Micheli

Zürich,

Meta Hiltebrand distanziert sich vom Konkurs des Verlegers von «Einfach Kochen». Zu spät habe ihr Team von der finanziellen Schieflage erfahren.

Meta Hiltebrand
Meta Hiltebrand ist eine Schweizer Fernsehköchin, Kochbuchautorin und Gastrounternehmerin. Gelegentlich tritt die Zürcherin auch im deutschen Fernsehen auf. - Instagram / @metahiltebrand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Meta Hiltebrand übernahm Anfang 2025 die Zeitschrift «Einfach Kochen» von Annemarie Wildeisen.
  • Nun steht das Kochheftli vor dem Aus, Ende Mai musste der Verleger Konkurs melden.
  • Die Starköchin beschwert sich, zu spät über finanzielle Probleme informiert worden zu sein.
  • Nun hofft sie auf die Zusammenarbeit mit einem neuen Verleger.

Für «Einfach Kochen» war es ein Neustart: Nach über 20 Jahren übernahm Anfang 2025 Meta Hiltebrand (43) das kultige Kochheftli von Annemarie Wildeisen (80). Fortan belieferte die Starköchin als Chefredaktorin mit ihrer Firma Metas GmbH die Zeitschrift mit Inhalten. Nun aber droht das Aus.

Ende Mai musste die Medien-Atelier Suisse AG, unter anderem Verlegerin von «Einfach Kochen», Konkurs melden. In einem ausführlichen Instagram-Beitrag stellt Hiltebrand nun klar: Sie und ihr Team würden keine Verantwortung für die finanzielle Situation und den Konkurs tragen.

Die 43-Jährige erklärt: «Unsere Aufgabe bestand in der Erstellung der Inhalte und [wir] haben auf Rechnung gearbeitet.» Ihr Zuständigkeitsbereich habe lediglich beim Inhalt gelegen – nicht bei der Unternehmensführung. Vom «tatsächlichen Ausmass» der Schulden hätte Hiltebrands Team erst zu einem «sehr späten» Zeitpunkt erfahren.

Ausgaben teilweise bereits produziert

Wie schwer es um den Zürcher Verleger wirklich stand, konnte die Starköchin als externe Partnerin offenbar nicht ahnen. Entsprechend schwer habe sie die aktuelle Situation getroffen. «Viele von uns haben viel Zeit, Arbeit und teilweise sogar eigenes Geld in das Projekt investiert und stehen nun selbst vor grossen Herausforderungen.»

Meta Hiltebrand
Hiltebrand bezieht Stellung zum Konkursfall des Verlegers der Zeitschrift «Einfach Kochen», die sie mit Inhalten beliefert hatte. - Instagram / @metahiltebrand

Hiltebrand sorgte mit finanziellen Vorschüssen durch ihre Firma zunächst für den Erhalt der Zeitschrift, nachdem der Verleger die Rechnungen ihrer beigesteuerten Inhalte nicht mehr beglichen hatte. Schliesslich war es ein Anruf im März, der das Ende der Zusammenarbeit besiegelte.

Besonders bitter: Die Ausgaben für April, Mai und Juni seien bereits teilweise fertig produziert gewesen. Dass der Druck sowie der Postversand des Kochheftlis nicht mehr finanziert werden konnten, habe sie zu spät erfahren.

Hiltebrand hofft auf neuen Verleger

Auch die Starköchin selbst steht nun vor finanziellen Herausforderungen. Offene Rechnungen ihrer Firma müsse sie beim Konkursamt melden, so Hiltebrand.

Meta Hiltebrand
Ob die Zeitschrift «Einfach Kochen» weitergeführt wird, ist unklar. - Instagram / @metahiltebrand

Bei der Kundschaft von «Einfach Kochen» entschuldigt sie sich für die entstandene Unsicherheit. Zugleich signalisiert die Gastronomin Bereitschaft für einen Neustart der Zeitschrift mit einem anderen Verleger. «Wir wären bereit für ein neues Magazin oder Rezeptaufträge.»

«Tut mir für euch sehr leid»

Was der Konkurs des Verlegers für die Abonnenten des Kochmagazins bedeutet, ist derzeit nicht bekannt. Eines ist jedoch klar: Enttäuschung macht sich nicht nur bei Meta Hiltebrand selbst breit. Auch einige Fans stimmt das vorläufige Aus des Kochheftlis traurig.

Annemarie Wildeisen
Jahrelang war Annemarie Wildeisen das Gesicht des Kochheftlis, Anfang 2025 übernahm Meta Hiltebrand. - keystone

«Das tut mir für euch als Team sehr leid!», schreibt einer.

«Arbeit, Zeit und Herzblut in so ein Vorhaben zu stecken und dann auch noch auf den Kosten sitzen zu bleiben. Fühlt euch aus der Ferne gedrückt, auch wenn man sich davon nichts kaufen kann. Es kommt aber von Herzen.»

Liest du Kochheftli?

Und doch gibt es Leser, die einen optimistischen Blick in die Zukunft wagen. So meint jemand: «Hoffentlich geht es weiter mit deinen tollen Rezepten.»

Auf Nachfrage von Nau.ch hat sich die Medien-Atelier Suisse AG bisher nicht zu den Vorwürfen geäussert.

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