«Sicherheitsgründe»: Zürcher Bar verbannt 1000er-Note

Vor einer Bar an der Zürcher Europaallee hängt ein Plakat: Keine 1000-Franken-Noten erwünscht. Der Betrieb hat schlechte Erfahrungen gemacht.

Das Wichtigste in Kürze
- Das YNOS an der Europaallee akzeptiert keine 1000-Franken-Noten mehr.
- Laut Betreiber Kouvatsis kam es bisher zu drei Fällen mit einer Tausendernote.
- Das grösste Problem sei fehlendes Wechselgeld.
Ein Bier, ein Kaffee, ein Glas Wein. Und dann legt der Gast eine 1000-Franken-Note auf den Tresen. Das YNOS an der Zürcher Europaallee hat für genau diesen Moment eine klare Antwort.
Vor dem Lokal hängt ein Schild: «Wir akzeptieren aus Sicherheitsgründen keine 1000-Franken-Note!» Wer dort – nahe der Langstrasse – konsumiert, zahlt mit Karte oder kleineren Noten.

Drei Mal sei es passiert, sagt Betreiber Petros Kouvatsis. Drei Mal habe man sich mit einem Gast wegen einer Tausendernote unterhalten müssen.
«Grösstes Problem ist Wechselgeld»
Viele würden zunächst an Sicherheitsrisiken denken. Doch Kouvatsis winkt ab. Das eigentliche Problem sei praktischer: «Das grösste Problem ist einfach Wechselgeld», sagt er zu Nau.ch.

Wenn jemand für 50 Franken konsumiert, muss der Betrieb 950 Franken herausgeben können. Viele Bars haben heute kaum noch Bargeld in der Kasse.
Das kleine Rätsel
Aber wer sind diese Leute? Wer geht in eine Bar und will einen Kaffee mit einer Tausendernote bezahlen?
Auch Nicolas Kern kennt solche Situationen. Der Präsident von Gastro Stadt Zürich betreibt selbst ein Restaurant. «Ich weiss nicht genau, ob uns diese Leute damit etwas sagen wollen. Oder ob sie einfach finden, dass es ein praktischer Ort ist, um diese Note kleiner zu machen.»

Insgesamt seien solche Fälle extrem selten. Die Branche bewege sich klar in Richtung Cashless. Einen dauerhaften Aushang hält Kern deshalb für Overkill: «Für diesen Fall ein Plakat an die Türe zu hängen, finde ich übertrieben.»
Rechtlich ist die Sache klar
Darf eine Bar eine gültige Schweizer Banknote überhaupt ablehnen? Grundsätzlich ist jede Person gehalten, Banknoten anzunehmen, so steht es im Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel.
Aber diese Regel ist laut Schweizerischer Nationalbank (SNB) nicht zwingend. Betriebe dürfen davon abweichen, wenn sie vorher klar informieren.
Ein gut sichtbarer Hinweis vor der Konsumation reicht in der Regel aus, schreibt die Nationalbank auf Anfrage von Nau.ch.
Die Europaallee gehört zum Umfeld der SBB. Auf Anfrage verweist das Unternehmen auf die Verantwortung der Betriebe. «Es liegt in der Verantwortung der Mieter:innen zu entscheiden, welche Zahlungsmittel sie annehmen», sagt Mediensprecher Reto Schärli.
Eine Note, die selten auftaucht
Die 1000-Franken-Note ist offiziell gültig. Die SNB sieht keine grundsätzlichen Probleme mit ihr im Alltag. Schweizer Banknoten seien fälschungssicher und hätten sich bewährt.
Nur: Im Gastroalltag taucht sie kaum noch auf. Kern sagt, er habe selbst lange keine mehr gesehen. Und wenn sie auftaucht, weiss meistens niemand so genau, warum.
Eine Geldwäsche-Motivation sieht Kern dabei nicht. Dafür bräuchte es einen fiktiven Umsatz. Er tippt auf das Naheliegende: «Ich glaube, es ist wirklich nur, um es kleiner zu machen.»







