Stadtrat will Armut mit Bildung begegnen

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Winterthur Stadt,

Die Stadt Winterthur hat eine Bildungsstrategie für geringqualifizierte Personen erarbeitet. Sie ist Teil des stadträtlichen Legislaturprogramms 2022 bis 2026.

Der Eingang zum Kantonsspital Winterthur.
Der Eingang zum Kantonsspital Winterthur. - Nau.ch / Simone Imhof

Personen, die keinen Lehrabschluss haben, sind häufiger auf Sozialhilfe angewiesen und von Armut betroffen. Wie die Stadt Winterthur schreibt, möchte sie diese Menschen gemäss dem Grundsatz «Arbeit dank Bildung» unterstützen.

Sie sollen die Möglichkeit erhalten, berufliche Qualifikationen zu erlangen und fehlende Grundkompetenzen nachzuholen. Dazu gehören Lesen, Schreiben, Rechnen, mündliche Ausdrucksfähigkeit in deutscher Sprache und die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Das Schliessen der Bildungslücken erhöht die Chancen der Betroffenen, eine Stelle zu finden oder ihre Stelle auch in einem anspruchsvoller werdenden Arbeitsumfeld zu behalten.

Bildungsstrategie umfasst drei Schritte

Die Stadt hat deshalb gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft eine Bildungsstrategie erarbeitet.

Die Strategie umfasst drei Schritte: Zuerst geht es darum, geringqualifizierte Personen zu erreichen, um dann ihren Bildungsbedarf abzuklären, sie zu beraten und so schliesslich Bildung zu ermöglichen. Die Basis dafür sind die Vernetzung und Koordination der beteiligten Stellen und geeignete Angebote.

Ist-Situation, Umfeld und Trends in Winterthur wurden analysiert

Für die Bildungsstrategie für geringqualifizierte Personen wurde eine umfassende externe Analyse der Situation in Winterthur durchgeführt. Die wichtigsten Erkenntnisse sind folgende.

Winterthur hat mit 15 Prozent einen vergleichsweise hohen Anteil von Personen zwischen 20 und 64 Jahren ohne Lehrabschluss oder Maturität (rund 11'000 Personen).

Auch in Zukunft wird es in Winterthur in den Dienstleistungsbranchen, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Verkehr und in der Lagerei Arbeitsstellen für Personen mit wenig Qualifikation geben. Aber auch dort steigen die Anforderungen, insbesondere im digitalen Bereich.

In Winterthur gibt es schon eine breite Palette an Bildungsangeboten. Allerdings nehmen die betroffenen Personen diese aus Gründen wie Scham, mangelnde Lese-/ Sprachkenntnisse, keine Kenntnisse des Bildungssystems oder fehlende finanzielle Mittel nicht in Anspruch.

Investitionen in die Bildung lohnen sich auch bei Erwachsenen

Personen ohne nachobligatorischen Bildungsabschluss sind eine grosse Bevölkerungsgruppe in Winterthur. Damit sie auch in Zukunft eine Stelle finden respektive ihre Stelle behalten können, müssen sie gewisse Fähigkeiten (Sprache, IKT und so weiter) mitbringen.

Die Investition in ihre (Weiter-)Bildung lohnt sich: für eine nachhaltige Integration der Betroffenen, für den Arbeitsmarkt und mit Blick auf die Reduktion des Risikos für Sozialhilfebezug sowie des Armutsrisikos generell.

Bestehendes Netzwerk soll verstärk werden

Die Förderung dieser Personen, insbesondere jener ausserhalb der Sozialhilfe, ist eine Netzwerkaufgabe, zu der viele beitragen: private, kirchliche, kantonale, städtische Fach- und Beratungsstellen sowie Leistungserbringende, Arbeitgebende, Vereine et cetera.

Das bestehende Netzwerk soll verstärkt werden. Besondere Anstrengungen sind nötig, um geringqualifizierte Personen zu erreichen und sie in ihrem Integrationsprozess zu begleiten.

Die Entwicklung und Erarbeitung der Strategie ist ein Gemeinschaftswerk aller Beteiligten. Sie werden auch bei der Umsetzung eine wichtige Rolle spielen. Die Umsetzungsplanung soll im Sommer 2026 vorliegen.

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