Genereller Wasserbauplan Winterthur aktualisiert

Winterthur aktualisiert den Wasserbauplan. 28 priorisierte Projekte zu Hochwasserschutz, Ökologie und Erholung sollen zeitnah umgesetzt werden.

Wie die Stadt Winterthur mitteilt, ist der Generelle Wasserbauplan (GWBP) das primäre Planungsinstrument für die Winterthurer Gewässer, insbesondere für die zahlreichen Bäche. In seiner heutigen Form gilt er seit 2012. Nun wurde er umfassend aktualisiert.
Auf insgesamt fünfzehn Inventarkarten ist der aktuelle Zustand der kommunalen (also städtischen) Gewässer unter verschiedenen Gesichtspunkten detailliert erfasst. Drei Defizitpläne zeigen die Abweichung zum definierten Zielzustand an.
Hochwasser und Ökologie, Erholung und Gestaltung sowie Oberflächenabfluss. Nicht Bestandteil des GWBP sind die drei kantonalen Gewässer Töss, Eulach und Kempt.
Kernstück des Generellen Wasserbauplans ist der Massnahmenplan. Von insgesamt 70 möglichen Eingriffen wurden 28 der ersten Priorität zugeordnet. 26 Massnahmen sind der zweiten und 16 der dritten Priorität zugeordnet. Diese werden vorerst nur dann verfolgt, wenn es Synergien mit anderen Bauprojekten gibt.
Hochwasserschutz, Ökologie und Erholung
Die 28 Massnahmen der ersten Priorität sind sehr unterschiedlich aufwendig in der Umsetzung. Einzelne der grösseren Projekte wurden schon öffentlich vorgestellt, etwa der Mattenbach.
Hochwasserschutz, Ökologie und Erholung waren zentrale Bestandteile des Studienauftrags Aufwertung Mattenbach, dessen Ergebnisse am 9. Dezember 2025 vorgestellt wurden. Bekannt sind auch die Projekte zum Veltheimer Dorfbach: Der Zufluss zum Schützenweiher soll umgelegt und offen geführt werden, der Abfluss revitalisiert und hochwassersicher ausgebaut sowie der Weiher selbst saniert.
Wie auch der Mattenbach, zählt der Veltheimer Dorfbach zu den Winterthurer Gewässern mit den grössten Schadensrisiken durch Hochwasser. Ökologisch aufgewertet und in der Erholungsqualität gesteigert werden soll aber beispielsweise auch der Hintere Chrebsbach beim Reitplatz, vor der Einmündung in die Töss.
Umsetzung priorisierter Projekte
Jedem der 28 Projekte der ersten Priorität wurde im Massnahmenplan bereits ein angestrebter Umsetzungshorizont zugeordnet. Für die Mehrzahl von ihnen liegen aber noch keine ausgearbeiteten Projekte vor.
Ihre konkrete Umsetzung untersteht den verfügbaren Ressourcen. Einzelne Massnahmen sollen aber bereits zeitnah umgesetzt werden können, etwa die Sanierung der Geschiebesammler des Hinteren Chrebsbachs und des Steinbachs oder der Ausbau der Gerinne und Durchlässe beim Tössrainbach.
Förderprogramm «Vielfältige Zürcher Gewässer» nutzen
Ebenfalls definiert wurden vierzehn Massnahmen die im Rahmen des kantonalen Förderprogramms «Vielfältige Zürcher Gewässer» umgesetzt werden sollen. Unter den ersten Projekten sind der Tössertobelbach, der Chräbsbach und Oberseener Dorfbach sowie der Reutlinger Dorfbach.
Die Nennung konkreter Projekte, die für dieses relativ neue Förderprogramm in Frage kommen, bei dem der Kanton einen Grossteil der Kosten übernimmt, war Bestandteil eines breit abgestützten Postulats des Stadtparlaments vom 22. Januar 2024.
Der Umsetzungsplan ist als grober Fahrplan für die Aufgleisung von Projekten in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu verstehen. Die Umsetzung soll durch einen jährlichen Austausch eines Kernteams, zusammengesetzt aus Vertretern des Tiefbauamts, Stadtgrün Winterthur und externen Fachpersonen vorangetrieben und überwacht werden.






