Befragung zeigt: Bevölkerung steht hinter Verkehrspolitik

Die Stadt Winterthur erhält Rückendeckung für ihre Mobilitätsstrategie. Gefragt sind Tempo-30-Zonen, mehr Grün und eine bessere Infrastruktur für Velos.

Wie die Stadt Winterthur mitteilt, zeigt eine Studie im Auftrag der Stadt sowie der Städtekonferenz Mobilität, dass die Winterthurer Verkehrspolitik im Einklang mit den Bedürfnissen der Bevölkerung steht: Eine Mehrheit der Befragten ist mit der Verkehrssituation zufrieden, befürwortet allerdings mehr Platz für Menschen zu Fuss und auf dem Velo, mehr ÖV und verkehrsberuhigte Räume. Anwohnende von Strassen mit Tempo 20 oder 30 sind zufriedener mit dem Temporegime als solche an Tempo-50-Strassen.
Mobilität ist für die Stadt Winterthur zentral. Sie will ein effizientes Verkehrssystem bereitstellen und ihre Verkehrspolitik entsprechend den Bedürfnissen ihrer Bevölkerung gestalten.
Zusammen mit der Städtekonferenz Mobilität sowie sechzehn weiteren Städten und Gemeinden beauftragte Winterthur das Forschungsinstitut gfs.bern mit der Durchführung einer repräsentativen Online-Befragung zur urbanen Mobilität.
Zentrale Themen der Studie sind der Besitz und die Nutzung von Verkehrsmitteln, die Zufriedenheit mit der Verkehrssituation, Fragen zur Verkehrspolitik, Shared Mobility und die Ausgaben für Verkehr.
76 Prozent sind eher zufrieden oder sehr zufrieden
Insgesamt sieht sich die Stadt Winterthur in ihrer Verkehrspolitik bestätigt, denn die Bevölkerung ist grossmehrheitlich zufrieden. 76 Prozent der Befragten sind mit der Verkehrssituation eher bis sehr zufrieden, wobei das gute Netz des ÖV und die gut ausgebauten Velowege Hauptgründe für die Zufriedenheit sind.
In der Hauptverkehrszeit sinkt die Zufriedenheit mit der Verkehrssituation jedoch auf 46 Prozent, was in einem ähnlichen Bereich liegt wie in anderen Schweizer Grossstädten.
Die Umfrage zeigt, dass tiefe Geschwindigkeiten im Stadtverkehr auf grosse Zustimmung stossen: 79 Prozent der Befragten, die an Strassen mit Tempo 30 oder an einer Begegnungszone (Tempo 20) wohnen, erachten die geltende Geschwindigkeit als gerade richtig. An Tempo-50-Strassen hingegen wünschen sich 38 Prozent der Befragten ein Temporeduktion.
Befragte würden in Veloinfrastruktur und Begrünung investieren
Die Bevölkerung wurde auch zur gewünschten Priorisierung verkehrspolitischer Massnahmen befragt. Die Winterthurer wollen besonders für den Ausbau der Veloinfrastruktur (46 Prozent) und mehr Grünflächen und Begrünung entlang der Strassen (42 Prozent) mehr Geld als bisher ausgeben.
Am unteren Ende der Prioritätenliste befinden sich der Unterhalt des Strassennetzes, für den nur 18 Prozent der Befragten mehr Geld ausgeben wollen, sowie mehr Abstellflächen für Motorfahrzeuge, für die sich 22 Prozent der Befragten aussprechen.
Eine Mehrheit begrüsst autoarme Quartiere
In der Befragung wurde im Rahmen spezifischer Fragen für den Raum Winterthur ausserdem die Haltung der Teilnehmenden gegenüber einer autoarmen Gestaltung des eigenen Quartiers ermittelt. 62 Prozent der Einwohner von Winterthur sind dem gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt.
Dabei wird betont, dass eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie die Möglichkeit, das Quartier in Ausnahmefällen mit dem Auto zu erreichen, zentrale Voraussetzungen sind.
Die Ergebnisse dienen der Stadt Winterthur als Grundlage für die Weiterentwicklung der städtischen Mobilität. Sie zeigen, dass die vorgesehenen Massnahmen zur Förderung des ÖV und des Fuss- und Veloverkehrs auf breite Akzeptanz stossen.