Neuer Gedenkort: Sternenkindergrab am Waldfriedhof eröffnet

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Wetzikon,

In Gossau ZH eröffnet der Waldfriedhof ein überkonfessionelles Sternenkindergrab. Es bietet Eltern einen würdigen Ort, um Trost zu finden.

Engel Figur Friedhof Marmor
Kinder, die noch vor, während oder kurz nach ihrer Geburt sterben, werden häufig als Sternenkinder bezeichnet. (Symbolbild) - Depositphotos

Seit Montag, 9. März 2026, gibt es auf dem Waldfriedhof Gossau ein Sternenkindergrab, berichtet die Gemeinde Gossau ZH. Das Grab ermöglicht es den Eltern, ihre Sternenkinder würdig zu bestatten. Es soll als Zufluchtsort dienen und Trost spenden.

Auf der Wiese neben dem Gemeinschaftsgrab gibt es ab sofort ein überkonfessionelles Sternenkindergrab. Hier finden Kinder ihre ewige Ruhe, die im Mutterleib, bei der Geburt oder kurz danach verstorben sind.

Die Grabstätte besteht aus einer mit Naturstein angefertigten Stelle, bei der Sterne aus Chromstahl mit Glasperlen gestrahlter Oberfläche befestigt werden. Die Sterne an der Stelle symbolisieren die verstorbenen Kinder und leuchten je nach Lichteinfall dezent bis intensiv.

Ein persönlicher Ort der Erinnerung

Die Eltern dürfen den Grabstern mit Rufnamen und Geburts-, respektive Sterbejahr ihres Kindes beschriften. Grabschmuck kann auf den Steinplatten vor der Stelle angebracht werden.

«Das Sternenkindergrab soll für Familien ein besonderer Ort der Erinnerung, des Abschieds und der stillen Verbundenheit mit einem Sternenkind sein. Für Eltern ist das Grab ihres Kindes oft ein stiller Zufluchtsort. Ein Ort, an dem sie trauern, weinen, sprechen oder schweigen dürfen. Ich finde es wichtig, dass auch ein viel zu kurzes Leben einen besonderen Platz erhält», sagt Tanja Cookman, Mitarbeiterin Viva Kirche und Mitglied der Jury.

Beisetzung und Ruhezeit

Die Beisetzung soll den Eltern dabei helfen, ihren Sternenkindern die letzte Ehre zu erweisen. Gleichzeitig soll die Grabstätte Trost spenden und auch Eltern, die ihre Kinder vor langer Zeit verloren haben, als Rückzugsort dienen.

Die Sterne bleiben während einer Ruhezeit von mindestens 20 Jahren bestehen. Danach werden sie durch neue Sterne kürzlich verstorbener Kinder ersetzt, sofern kein Platz mehr vorhanden sein sollte.

«Jedes Kind ist ein von Gott geliebtes Wunder. Die Sternenkinder aber sind seine besonders kostbaren Schätze, denn sie ruhen in seinem Schoss, vom Licht sanft umfangen. Das Sternenkindergrab schenkt dem ungeborenen Leben einen würdigen Ort des Gedenkens und seinen Liebsten einen Raum, um in der Trauer die Erinnerungen in Liebe lebendig zu halten. Dass es diesen Ort nun gibt, ist ein Zeichen dafür, dass die Sternenkinder nicht nur im Himmel leuchten, sondern für immer auch in unseren Herzen», teilt Diya Moosariparambil, Seelsorgerin kath. Kirche Gossau ZH mit.

Auswahl Grabstätte

Bei der Auswahl des Bildhauers wurde ein offener Wettbewerb durchgeführt, bei dem diverse Bildhauer und Landschaftsarchitekten ihre Muster einreichen konnten.

Die Jury entschied sich im Februar 2025 für den Steinbildhauermeister Stefan Wüthrich aus Ottikon, der bereits das Gemeinschaftsgrab des hiesigen Friedhofs gestaltet hat. In der Jury hatten zwei Gemeinderäte, die Leitung der Sicherheitsabteilung sowie drei Kirchenvertreterinnen aus der katholischen, der reformierten Kirche als auch von der Viva Kirche Einsitz.

Dem Sternenkind einen Ort geben

«Ein Sternenkind loszulassen, ein Kind, das vor, während oder unmittelbar nach der Geburt stirbt, tut unvorstellbar weh. Loslassen heisst nicht Verstummen und Vergessen. Loslassen heisst: dem Kind einen Ort geben – einen Platz in unserem Erzählen, in unserem Erinnern und einen konkreten Ort des Trauerns – wie dieses Sternenkindergrab.

Dem Kind einen Ort geben bedeutet: Du bist nicht vergessen, du wirst immer Teil unseres Lebens, unserer Familie, sein. Dem Kind einen Ort geben, bedeutet auch, einen Platz zu haben, wo Vertrauen und Hoffnung langsam wieder wachsen können.

Der christliche Glaube vertraut darauf, dass kein Leben verloren geht. Dass Gott auch dieses kleine, so früh verstorbene Kind kennt und beim Namen ruft. Dass es nicht ins Nichts gefallen ist, sondern geborgen bleibt in Gottes Armen», sagt Adelheid Huber, Pfarrerin der Evang.-ref. Kirche Gossau ZH.

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