Winterthur

Seuzach: Neue Buslinie 672 kommt definitiv nicht

Gemeinde Seuzach
Gemeinde Seuzach

Seuzach,

Der Verkehrsrat des ZVV hat die geplante Verbindung zwischen Ohringen, Seuzach und Winterthur abgelehnt. Die Gemeinde Seuzach bedauert den Entscheid sehr.

Seuzach
Der Bahnhof in Seuzach. (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Die geplante neue Buslinie 672 zwischen Ohringen, Seuzach und Winterthur wird nicht realisiert. Der Verkehrsrat des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) hat den Entscheid gefällt und die Umsetzung des neuen Angebotskonzepts definitiv abgelehnt. Die Gemeinde Seuzach bedauert diesen Entscheid sehr und zeigt sich insbesondere über das Vorgehen der Post-Auto AG als marktverantwortliches Unternehmen enttäuscht.

Die Gemeinde Seuzach setzt sich seit vielen Jahren für eine direkte und attraktive ÖV-Verbindung zwischen Seuzach, Ohringen und Winterthur ein. Dieses Anliegen war in der Legislaturperiode 2022– 2026 ausdrücklich als Legislaturziel verankert. Der Bedarf wurde zudem in zahlreichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung und seitens des lokalen Gewerbes wiederholt deutlich gemacht.

Entsprechend hat die Gemeinde über mehrere Jahre erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen in die Entwicklung einer tragfähigen Lösung investiert. Dazu gehörten unter anderem eine Potenzialstudie und die aktive Begleitung der Angebotsplanung. Gleichzeitig hat die Gemeinde die notwendige Infrastruktur am Bahnhof Seuzach vorangetrieben.

Diese wäre rechtzeitig für die ursprünglich vorgesehene Umsetzung per Dezember 2026 bereit gewesen.

Nicht nachvollziehbares Vorgehen der PostAuto AG

Aus Sicht der Gemeinde Seuzach ist nicht nachvollziehbar, dass die PostAuto AG erst wenige Monate vor der geplanten Einführung zum Schluss kommt, das von ihr selbst entwickelte Angebotskonzept könne nicht umgesetzt werden. Als marktverantwortliches Verkehrsunternehmen hätte die PostAuto AG frühzeitig sicherstellen müssen, dass die Voraussetzungen für die Umsetzung ihres Angebotskonzepts erfüllt sind. Dass dies erst derart spät festgestellt wird, entspricht aus Sicht der Gemeinde keiner professionellen Projektführung.

Dieses Vorgehen ist umso weniger nachvollziehbar, da die PostAuto AG das Angebotskonzept bis zuletzt selbst als fachlich sinnvoll und regional zweckmässig beurteilt hatte.

Gemeinde suchte bis zuletzt nach einer Lösung

Nach der Vorankündigung von PostAuto hat die Gemeinde Seuzach die Gespräche weitergeführt und sich aktiv um eine tragfähige Lösung bemüht. Ziel war es, die wesentlichen Elemente des neuen Angebotskonzepts zu erhalten und gleichzeitig den unterschiedlichen Interessen Rechnung zu tragen.

Dabei wurde eine mögliche Übergangslösung geprüft, welche es ermöglicht hätte, das weiterentwickelte Angebot zunächst für zwei Jahre zu erproben und anschliessend im Rahmen des nächsten ordentlichen Fahrplanverfahrens auf Basis der tatsächlichen Nachfrage zu beurteilen.

Auch dieser Lösungsansatz konnte nicht umgesetzt werden. Mit dem Entscheid des Verkehrsrats steht nun fest, dass die Linie 672 nicht eingeführt wird.

Gemeinde hält am Ziel einer besseren ÖV-Erschliessung fest

Die Gemeinde Seuzach bedauert den Entscheid des ZVV sehr. Mit der Linie 672 hätte eine seit Jahren bestehende Lücke im öffentlichen Verkehrsangebot geschlossen und die Verbindung zwischen Ohringen, Seuzach und Winterthur deutlich verbessert werden können.

Trotz des negativen Entscheids hält die Gemeinde Seuzach an ihrem Anliegen fest, die ÖV-Erschliessung der Gemeinde und insbesondere die Verbindung zwischen Ohringen, Seuzach und Winterthur weiterzuentwickeln. Die Gemeinde wird prüfen, welche Möglichkeiten sich unter den nun geltenden Rahmenbedingungen für eine Verbesserung des Angebots ergeben.

Kommentare

User #5725 (nicht angemeldet)

«Jammern auf hohem Niveau» ist natürlich ein bequemes Argument: Solange es irgendwo eine Gemeinde mit schlechteren Verbindungen gibt, braucht sich offenbar niemand mehr für Verbesserungen einzusetzen. Nur zur Einordnung: Die S12 wurde bereits vor vielen Jahren durch die S11 ersetzt. Und genau diese S11 wird Seuzach am Abend während mehrerer Jahre wegen der Bauarbeiten am Brüttenertunnel nicht mehr bedienen. Dass sich eine Gemeinde gegen eine solche Verschlechterung des ÖV-Angebots wehrt, dürfte weniger mit «Jammern» als mit der Wahrnehmung ihrer Interessen zu tun haben. Der Vergleich mit Neftenbach hinkt zudem: Neftenbach hat über 2000 Einwohner weniger und keinen Bahnhof. Nach dieser Logik müsste Seuzach also zuerst warten, bis das ÖV-Angebot ähnlich schlecht ist, bevor Kritik erlaubt ist. 😉

User #3388 (nicht angemeldet)

Seuzach jammert auf hohem Niveau. Nebst der S29 und der S12 fährt der Bus 674 halbstündlich nach Winterthur HB. Das benachbarte Neftenbach hat am Abend nur die Linie 674, keinen Bahnhof mit S-Bahn.

Weiterlesen

1 Interaktionen
Seuzach

Mehr aus Winterthur

Schutzräume werden an Hitzetagen zu Kühlzentren. - zVg
Hitzestress
1 Interaktionen
Embrach
3 Interaktionen
Winterthur ZH
Automatische Beregnungsanlage zur Gartenbewässerung
Feuerthalen

Mehr aus Zürich

Allan Guggisberg
Kleine Kinder
Widmer Berger
SVP vs. AL