Pfäffikon setzt auf «Haubentaucher light»

Nau.ch Lokal
Nau.ch Lokal

Pfäffikon,

Das Strandbad Baumen in Pfäffikon erhält ein neues Gastronomiegebäude. Die gewählte Variante verbindet die Wünsche der Bevölkerung mit den Naturschutzauflagen.

Pfäffikon Pfäffikersee
Blick auf den Pfäffikersee, im Hintergrund die Gemeinde Pfäffikon ZH. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Gemeinde Pfäffikon mitteilt, steht nach einem umfassenden Mitwirkungsprozess und sorgfältiger Prüfung aller Optionen fest: Das Strandbad Baumen erhält ein neues Gastronomiegebäude. Der Gemeinderat Pfäffikon hat sich für die Variante «Haubentaucher light» entschieden.

Diese Lösung vereint die Anliegen der Bevölkerung mit den Vorgaben des Kantons zum Naturschutz. Die Investitionskosten belaufen sich voraussichtlich auf rund drei Millionen Franken.

Klare Mehrheit in der Bevölkerung für «Haubentaucher»

Die durchgeführte Online-Umfrage mit 692 Teilnehmenden ergab eine deutliche Präferenz: 57,5 Prozent sprachen sich für den «Haubentaucher» aus, ein Restaurant in der heutigen Grösse mit besserer Infrastruktur und höheren Ertragsaussichten. Nur 36,1 Prozent bevorzugten den kostengünstigeren «Kleinspecht» mit Investitionskosten von 2,2 Millionen Franken.

Viele Badibesucher wünschen sich ein ganzjähriges Angebot, möchten aber den typischen Badi-Charakter bewahren. Die detaillierten Umfrageergebnisse und Pläne des «Haubentaucher light» sind nun auf der Gemeindewebseite unter «Projekte» verfügbar.

Das Amt für Raumentwicklung des Kantons Zürich stellte jedoch klar, dass eine Nutzungsintensivierung im sensiblen Flachmoorgebiet und am angrenzenden Wasser- und Zugvogelreservats nicht möglich ist.

Jegliche Form der gastronomischen Angebotserweiterung gegenüber dem heutigen Bestand wie beispielsweise ein Saisonbetrieb wären nicht bewilligungsfähig, da sie gegen den kantonalen Richtplan und Naturschutzverordnungen verstossen.

«Haubentaucher light»: Der Kompromiss

Ursprünglich hatte sich der Gemeinderat aus finanziellen und bewilligungstechnischen Gründen für die kleinere Variante «Kleinspecht» ausgesprochen. Die Umfrage zeigte jedoch eine klare Präferenz der Bevölkerung für den «Haubentaucher». Gleichzeitig machte das Amt für Raumentwicklung (ARE) deutlich, dass die ursprüngliche «Haubentaucher»-Variante nicht bewilligungsfähig wäre.

Um diese gegensätzlichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen, passte das Projektteam den «Haubentaucher» gezielt an. So wurden die Büro- und Lagerflächen auf das notwendige Minimum reduziert, der Wintergarten gestrichen und die Anzahl der Aussensitzplätze verringert.

Durch diese Massnahmen sinkt die versiegelte Fläche und die Nutzungsintensität bleibt im Rahmen der kantonalen Vorgaben. Eine Gastroexpertin bestätigte, dass das Gastro-Konzept des «Haubentauchers» trotz der Anpassungen funktionsfähig bleibt.

Die Investitionskosten liegen bei etwa drei Millionen Franken (plus/minus 20 Prozent). Zusätzlich fallen Kosten für die vom Kanton geforderte ökologische Aufwertung an.

Nächste Schritte: Planerwahlverfahren startet im Herbst

Für die weitere Projektierung wird ein öffentliches zweistufiges Planerwahlverfahren durchgeführt. Ab Juli 2026 können sich Generalplanerteams bewerben. Aus ihnen wird ein Bewertungsgremium mit Fachleuten aus Architektur/Landschaftsarchitektur, Politik und Verwaltung einige auswählen, welche in einer zweiten Phase ab Herbst 2026 ein ausgearbeitetes Angebot einreichen können.

Im März 2027 wird sodann das beste Konzepte auserkoren und der Zuschlag erteilt. Das Projekt wird weiterhin begleitet von Fachleuten für Gastronomie, Naturschutz/Landschaftsarchitektur und Mitwirkungsprozesse.

Die Kosten für das Verfahren betragen rund 98'000 Franken. Die Planung sieht vor, dass der Gemeindeversammlung in der zweiten Jahreshälfte 2027 eine Projektierungsvorlage vorgelegt wird.

Über den Baukredit erfolgt schliesslich eine Volksabstimmung an der Urne. Aufgrund des aufwändigen Bewilligungsprozesses ist jedoch nicht mit einem Baustart vor 2030 zu rechnen.

Gemeinderat setzt auf Dialog und Qualität

Die Umfrageergebnisse belegen die grosse Bedeutung des Strandbads Baumen für die Pfäffiker Bevölkerung. Das Strandbad wird sowohl als lebendiger Begegnungsort als auch als schützenswerter Teil der lokalen Naturlandschaft geschätzt.

Der Gemeinderat hat daher die Variante «Haubentaucher light» verabschiedet. Mit diesem Entscheid wird eine Lösung umgesetzt, welche die Wünsche der Bevölkerung nach einem attraktiven Gastronomieangebot mit den Naturschutzauflagen des Kantons in Einklang bringt.

Mehr aus Oberland

Handschellen
17 Interaktionen
Grüt ZH
Wetzikon

Mehr aus Zürich

Im Grand Café Lochergut dürfen Gäste keine Joints rauchen.
245 Interaktionen
Gras-Geruch
YNOS Europaallee
160 Interaktionen
«Sicherheitsgründe»
Velofahrer
31 Interaktionen
Grüne fordern