Oberland

    Illnau-Effretikon ZH: Steuerfuss bleibt bei 113 Prozent – Budget mit Plus

    Stadt Illnau-Effretikon
    Stadt Illnau-Effretikon

    Effretikon,

    Die Stadt Illnau-Effretikon ZH rechnet für 2027 mit einem Ertragsüberschuss von rund 2,1 Millionen Franken. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 113 Prozent.

    Illnau-Effretikon ZH
    Stadthaussaal Illnau-Effretikon (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

    Das Budget 2027 schliesst bei einem unveränderten Steuerfuss von 113 % mit einem Ertragsüberschuss von rund Fr. 2.1 Mio.

    Der Aufwand beträgt Fr. 152.3 Mio. und der Ertrag Fr. 154.5 Mio. Gegenüber dem Budget 2026 verschlechtert sich das Ergebnis um rund Fr. 2.2 Mio. Hauptgründe dafür liefern steigende Aufwendungen insbesondere in den Abteilungen Hochbau, Gesellschaft und Bildung. Höhere Erträge aus den ordentlichen Steuereinnahmen sowie ein weiterhin hoher Ressourcenzuschuss aus dem kantonalen Finanzausgleich vermögen den Mehraufwand nur teilweise zu kompensieren. Zudem fallen die Einnahmen aus Grundstückgewinnsteuern gegenüber dem Vorjahresbudget um Fr. 2 Mio. tiefer aus. Die Massnahmen von rund Fr. 0.9 Mio. aus dem Sparpaket 2026, welche das Budgetjahr 2027 betreffen, sind in die Budgetierung eingeflossen.

    Aufwand

    Der Aufwand steigt gegenüber dem Budget 2026 deutlich an. Die grössten Mehraufwendungen entfallen auf die Abteilung Hochbau mit rund Fr. 1.8 Mio., die Abteilung Gesellschaft mit rund Fr. 1.5 Mio. sowie die Abteilung Bildung mit rund Fr. 0.6 Mio. In der Abteilung Hochbau führen insbesondere die Veränderungen im Immobilienportfolio, die Inbetriebnahme des neuen Feuerwehr- und Werkgebäudes, höhere Abschreibungen sowie die zusätzlichen Mietkosten für die Beratungsräumlichkeiten am Stadtgarten zu Mehrkosten. In der Abteilung Gesellschaft steigen vor allem die Kosten für die stationäre und ambulante Pflegefinanzierung. Die stationäre Pflegefinanzierung erhöht sich um Fr. 0.5 Mio., die ambulante Pflegefinanzierung um rund Fr. 0.7 Mio. Auch die Zusatzleistungen zur AHV/IV sowie der Kindes- und Erwachsenenschutz verursachen zusätzliche Kosten.

    Bei der Abteilung Bildung bleibt der Aufwand der Volksschule trotz steigender Schülerinnen- und Schüler- bzw. Klassenzahlen insgesamt weitgehend konstant. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Sonderschulung um Fr. 0.4 Mio. Dies ist insbesondere auf die zunehmende Zahl von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf sowie höhere kantonale Lohnkosten für schulische Heilpädagogen und zusätzliche Schulassistenzen zurückzuführen.

    Weitere Mehrkosten entstehen bei der Informatik und Digitalisierung, unter anderem aufgrund höherer Lizenz-, Leasing- und Netzwerkkosten. In der Abteilung Tiefbau führen Stellenplanerhöhungen, ein einmaliger Mehraufwand für die Umstellung auf das neue Geodatenmodell sowie zusätzliche Aufgaben im Gewässerunterhalt zu höheren Kosten.

    Der Personalaufwand nimmt insbesondere aufgrund von Stellenplananpassungen in verschiedenen Abteilungen und Abteilungsbereichen zu. Zusätzliche Stellen bzw. Stellenanpassungen sind unter anderem in den Bereichen Baubewilligung, bei der Wasserversorgung sowie im Unterhaltsbetrieb vorgesehen. Die neuen Räumlichkeiten im Feuerwehr- und Werkgebäude sowie bei den Beratungsstellen «Am Stadtgarten» erfordern in der Abteilung Hochbau zusätzliche personelle Ressourcen.

    In der Abteilung Sicherheit steigen die Kosten vor allem bei der Feuerwehr und der Stadtpolizei. Bei der Feuerwehr bilden höhere Einsatzzahlen, Material- und Unterhaltskosten sowie zusätzliche Abschreibungen die wichtigsten Treiber.

    Ertrag

    Die Ertragsseite entwickelt sich insgesamt positiv. Die ordentlichen Steuereinnahmen werden gegenüber dem Budget 2026 um rund Fr. 3.8 Mio. höher erwartet. Gleichzeitig erhält die Stadt mit rund Fr. 30.3 Mio. erneut einen hohen Ressourcenzuschuss aus dem kantonalen Finanzausgleich. Demgegenüber werden bei den Grundstückgewinnsteuern mit Fr. 9 Mio. rund Fr. 2 Mio. weniger Einnahmen als im Vorjahresbudget erwartet. Zusätzliche Erträge ergeben sich unter anderem aus der ZKB-Gewinnausschüttung von rund Fr. 1.9 Mio. sowie aus Buchgewinnen von rund Fr. 1.5 Mio. aus dem geplanten Verkauf der Liegenschaften Chilerain 12 und der Hauptsammelstelle an der Vogelsangstrasse. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 113 % der einfachen Staatssteuer.

    Veränderungen in der Investitionsrechnung

    Die gesamten Nettoinvestitionen belaufen sich auf Fr. 21.8 Mio. und liegen damit Fr. 18.2 Mio. tiefer als im Vorjahr. Davon entfallen Nettoausgaben von Fr. 33.3 Mio. auf das Verwaltungsvermögen und Fr. 11.5 Mio. an Nettoeinnahmen auf das Finanzvermögen.

    Im Verwaltungsvermögen bilden die Schulraumerweiterung des Schulhauses Eselriet mit Fr. 10.3 Mio. sowie der Neubau des Feuerwehr- und Werkgebäudes mit Fr. 9.7 Mio. die grössten Investitionsvorhaben.

    Weitere bedeutende Investitionen betreffen die Umgestaltung der Rütlistrasse, Investitionsunterhalt im Alters- und Pflegezentrum Bruggwiesen, die Gemeindestrassen sowie die Bereiche Wasser und Abwasser. Gleichzeitig sind im Finanzvermögen Einnahmen aus verschiedenen Liegenschaftsverkäufen von insgesamt Fr. 13.3 Mio. budgetiert.

    Die hohe Investitionstätigkeit erfordert weiterhin Fremdfinanzierung. Für das Budgetjahr wird mit einer Geldaufnahme von Fr. 7 Mio. gerechnet. Davon sollen Fr. 4 Mio. als langfristiges Fremdkapital aufgenommen werden. Der Bestand der langfristigen Schulden würde damit von Fr. 95 Mio. per Ende 2026 auf rund Fr. 99 Mio. per Ende 2027 ansteigen. Die zusätzlichen Zinskosten werden auf rund Fr. 40'000.- veranschlagt; der gesamte Zinsaufwand steigt auf rund Fr. 1.15 Mio. Hochrechnung 2026 (gegenüber Budget 2026)

    Die Hochrechnung zeigt gegenüber dem Budget eine deutliche Verbesserung des erwarteten Rechnungsergebnisses. Hauptgründe sind Netto-Buchgewinne von rund Fr. 2.8 Mio. aus Neubewertungen sowie Mehrerträge bei den ordentlichen Steuern von rund Fr. 4 Mio. Demgegenüber werden bei den Grundstückgewinnsteuern rund Fr. 1 Mio. Minderertrag erwartet. Die zusätzlichen Aufwendungen, insbesondere bei der Pflegefinanzierung, können durch die erwarteten Steuermehreinnahmen kompensiert werden.

    Zudem dürften die Lohnkostenanteile der Lehrpersonen an den Kanton Zürich rund Fr. 0.5 Mio. tiefer ausfallen als budgetiert.

    Insgesamt wird gegenüber dem Budget mit einer Verbesserung des Rechnungsergebnisses von rund Fr. 5 bis 6 Mio. gerechnet, wovon rund Fr. 2 Mio. nicht liquiditätswirksam sein werden.

    Beurteilung des Stadtrates

    Dank der weiterhin hohen Steuereinnahmen kann das Budget 2027 erneut mit einem Ertragsüberschuss präsentiert werden. Dennoch hat sich das budgetierte Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um über Fr. 2.2 Mio. verschlechtert.

    Belastet wird der Finanzhaushalt insbesondere durch die hohe Investitionstätigkeit aufgrund des Neubaus des Feuerwehr- und Werkgebäudes sowie der Schulraumerweiterung Eselriet. Hinzu kommen die anhaltend hohen Kostensteigerungen in den Abteilungen Hochbau, Gesellschaft und Bildung.

    Die hohe Investitionsbelastung ist grundsätzlich als vorübergehend einzustufen. Den entsprechenden Ausgaben stehen mit den neu geschaffenen bzw. erweiterten Anlagen konkrete Gegenwerte gegenüber. Positiv hervorzuheben ist, dass die Grundstückgewinnsteuern trotz eines Rückgangs um Fr. 2 Mio. gegenüber dem Vorjahr weiterhin auf einem hohen Niveau liegen. Auch der Ressourcenzuschuss aus dem kantonalen Finanzausgleich bleibt mit Fr. 30.3 Mio. hoch.

    Die Selbstfinanzierung bzw. der Cashflow im steuerfinanzierten Haushalt beträgt rund Fr. 10 Mio. und liegt damit im städtischen Zielband von Fr. 7 bis 10 Mio. Mit dem Cashflow können die Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen des steuerfinanzierten Haushalts von Fr. 19.5 Mio. lediglich zu rund 50 % aus eigenen Mitteln finanziert werden. Für das Budgetjahr ist deshalb erneut die Aufnahme von langfristigem Fremdkapital erforderlich.

    Trotz dieser anspruchsvollen Ausgangslage können die drei finanzpolitischen Zielsetzungen eingehalten werden. Die langfristige Verschuldung wird jedoch nochmals zunehmen und sich damit weiter dem Grenzwert der Schuldenbremse annähern. Die geplanten Liegenschaftsverkäufe schaffen in der Folge einen gewissen finanziellen Handlungsspielraum und ermöglichen es, voraussichtlich eine erste Tranche der Schulden wieder zurückzuführen.

    Abschliessend gilt allen Beteiligten, die an der Erarbeitung des Budgets 2027 mitgewirkt haben, ein Dank für die geleistete Arbeit und das grosse Engagement. Die Budgetierung erfolgte wiederum unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen und mit dem notwendigen Blick auf die finanzielle Nachhaltigkeit. Der verantwortungsvolle Umgang mit den verfügbaren Mitteln sowie die konsequente Priorisierung der anstehenden Aufgaben sind dabei besonders hervorzuheben.

    Kommentare

    Mehr aus Oberland

    Tuba-Krise: Jetzt muss die Polizei liefern
    8 Interaktionen
    Greifensee
    Wallisellen ZH
    Wallisellen ZH
    Yasmine Bourgeois
    93 Interaktionen
    Schule
    Wallisellen ZH
    Wallisellen ZH

    Mehr aus Zürich

    SVP-Regierungsrätin Nathalie Rickli.
    1'641 Interaktionen
    Nächste Absage
    5 Interaktionen
    Zürich