Zürcher Wohnungsnot: Helfen Mini-Hochhäuser weiter?

Eine Ausstellung zeigt unkonventionelle Ideen gegen die Zürcher Wohnungsnot. Hunderte neue Mini-Hochhäuser sollen Platz für 100'000 Menschen schaffen.

Das Wichtigste in Kürze
- Studierende präsentieren eine Lösung gegen die Zürcher Wohnungsnot.
- Hunderte Mini-Hochhäuser sollen Platz für zusätzliche 100'000 Menschen schaffen.
- Die Studierenden ignorierten geltende Regeln: Die Vorschriften seien zu streng.
Wer schon einmal in der Stadt Zürich nach einer bezahlbaren Wohnung gesucht hat, der weiss: Das Vorhaben gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Und das Problem dürfte sich verschärfen. Die Mieten steigen und Prognosen rechnen damit, dass die Stadt bis ins Jahr 2040 Wohnraum für 100'000 zusätzliche Menschen braucht.

Studierende präsentieren nun eine radikale Lösung gegen die Zürcher Wohnungsnot: Hunderte neue Mini-Hochhäuser, verteilt über die ganze Stadt.
Die unkonventionellen Vorschläge sind derzeit im Zürcher Architekturzentrum im Rahmen der Ausstellung «Dialoge zur Verdichtung» zu sehen. Die «NZZ» berichtete in einem längeren Artikel darüber.
Studenten entwickeln radikale Lösungen
Die Ausstellung zeigt ein alternatives Stadtmodell, auf welchem zahlreiche neue Wohntürme zu sehen sind. Jeder umfasst neun Stockwerke.
Das Modell wurde in jahrelanger Arbeit von 150 Studierenden der Akademie für Architektur in Mendrisio TI entwickelt.

Die Mini-Hochhäuser befinden sich nicht nur in den Aussenquartieren, sondern auch zentral in der Stadt.
Die Studierenden platzierten sie nur auf bereits versiegeltem Boden: auf bisher nicht genutzten Flächen oder Parkplätzen zum Beispiel.
Alte Gebäude müssten also nicht weichen. Etwas mehr als 800 Mini-Wohntürme würden für 100'000 Menschen reichen, so die Studie.
Dabei rechnen die Forscher mit 30 Quadratmetern Wohnfläche pro Person. Das ist ein Drittel weniger als heute üblich. Ohne Flächenbeschränkung gehe es künftig nicht, sind die Experten laut «NZZ» überzeugt.
Geltende Regeln wurden ignoriert
Der eine oder die andere könnte sich nun fragen: Wenn die Lösung gegen die Zürcher Wohnungsnot so einfach ist, wieso ist bisher niemand auf diese Idee gekommen?
Ganz einfach: Für ihre Lösung ignorierten die Studierenden geltende Regeln.
Sie liessen sich einzig von der Frage leiten, was städtebaulich sinnvoll wäre. Planungsrechtliche Vorgaben und politische Bedenken liessen sie aussen vor.
Das rechtliche Korsett für Neubauten sei aktuell zu eng, sagten Experten laut «NZZ» an der Ausstellungseröffnung.
Die Regeln müssten an die veränderten Umstände angepasst werden. Sonst sei qualitativ hochwertiges Stadtwachstum nicht möglich.
Die Ausstellung ist noch bis Ende Juni im Architekturzentrum in Zürich zu sehen.

Die Bau- und Zonenordnung (BZO) wird in Zürich kontinuierlich angepasst. Einen grossen Wurf gab es aber seit über 25 Jahren nicht. Bis jetzt.
Die aktuelle BZO-Revision liegt von heute, 18. März, bis zum 1. Juni 2026 öffentlich auf.
Am 7. April findet ausserdem eine Infoveranstaltung statt.






