«Er war mein Vorbild»: Baba trauert um Postauto-Chauffeur

Postauto-Chauffeur Albino R. kam beim Brand des Postautos in Kerzers FR ums Leben. Busfahrer Baba bedeutete der Berufskollege viel.
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Das Wichtigste in Kürze
- Chauffeur Albino R. starb in den Flammen des Postautos in Kerzers FR.
- Der Tod des Chauffeurs geht auch Busfahrer Baba Pumpi nahe.
- «Ich hörte immer, dass Albino der beste Chauffeur sei», sagt Baba.
Es ist die letzte Fahrt des Postautochauffeurs. Am Dienstagabend stirbt Albino R.* in den Flammen, die in seinem Fahrzeug plötzlich ausgebrochen sind. Ein Passagier hat sich mit Benzin übergossen und angezündet.
Passiert ist die Tragödie auf der Linie zwischen Düdingen und Kerzers FR, der zweitletzten Fahrt von R.s Schicht.
Postauto-CEO Stefan Regli teilte mit: «Mit grossem Schmerz mussten wir erfahren, dass sich unter den Todesopfern auch unser Fahrer befindet.» Er bezeichnete ihn als geschätzten Kollegen und Teil der Postauto‑Familie.
Zum Gedenken an den Portugiesen (63) fuhren am Freitag Busse mit einem Blumenstrauss an der Front durch den Seebezirk. Es handelte sich um die Busse, die er gelenkt hatte.
«War ein cooler und lustiger Siech»
Der Tod des Postautochauffeurs geht auch Baba nahe, auch bekannt als Baba Pumpi. Der Zürcher Kult-Grillmeister arbeitet seit rund einem Jahr bei den Verkehrsbetrieben Glattal VBG als Buschauffeur. Letzte Woche ging er nach Kerzers, um Blumen und Kerzen niederzulegen.
«Ich bin mega traurig», sagt Baba zu Nau.ch.
«Ich war ein grosser Fan von Albino und er war mein Vorbild», sagt Baba. In der Chauffeur-Szene schwärmten die Chauffeure von ihm. «Ich hörte immer, dass Albino der beste Chauffeur sei», sagt Baba.
Albino hatte laut Baba den Ruf eines fleissigen und netten Chauffeurs. «Er war ein cooler und lustiger Siech.»
Baba wird mit Albino verglichen
Besonders berühren die Vergleiche den Zürcher Chauffeur.
«Mehrere Leute sagten mir: ‹Er ist genau wie du – immer nett und lacht immer.›» Diese Ehre stehe ihm aber nicht zu.
«Wenn schon müssten sie sagen, dass ich wie er sei – er war ein viel erfahrener Busfahrer als ich.» Er habe grossen Respekt vor Albino.
Auf Instagram ehrt er ihn mit einem Video. «Ein grosser Mann hat uns verlassen, doch sein Vorbild und seine Werte leben in uns weiter», schreibt er dazu.
Gerne hätte Baba Albino getroffen. «Leider verpassten wir uns immer, wenn ich mal in der Gegend war», sagt er.
«Es macht Angst, dass sowas einfach passieren kann»
Die Ermittlungen zur Postauto-Katastrophe laufen. Als der mutmassliche Täter in das Postauto einstieg, dürften weder Chauffeur noch Passagiere Böses geahnt haben.
Das macht Baba Angst. Niemals hätte er in einem Bus mit einer solchen Tat gerechnet, sagt er. «Es macht Angst, dass sowas einfach passieren kann.»
Die Tragödie begleitet ihn auch im Alltag am Steuer. Letzte Woche sei ihm in der Führerkabine mulmig geworden, sagt Baba.
«Ein Passagier hat die ganze Zeit geschrien. Ich wurde nervös und dachte: ‹Hoffentlich macht er nichts.›»
Baba plant Nothammer-Video
Dabei liebt der VBG-Chauffeur seinen Job vor allem auch wegen der Passagiere. Baba ist bekannt für seine umgängliche Art. Als Grillmeister der Zürcher Restaurants Pumpstation bekam er deshalb den Spitznamen Baba Pumpi.
«Wenn jemand im Bus steht, frage ich immer: ‹Wollen Sie sich nicht setzen?›», sagt der Chauffeur. Betrübte Passagiere versucht er aufzuheitern. «Ich sage dann ‹Grüezi› und versuche sie zum Lachen zu bringen.»
Wichtig ist Baba aber, dass die Passagiere im Notfall schnell aus dem Bus kommen. «Ich poste deshalb bald ein Video über den Umgang mit dem Nothammer», kündigt er an.










