Zürcher Quartier wehrt sich gegen Verdichtung

Der Quartierverein Affoltern stellt sich gegen die geplante Verdichtung entlang der Wehntalerstrasse. Er warnt vor einer «Hitzeschlucht».

Der Quartierverein Affoltern wehrt sich gegen die geplanten Änderungen der Bau- und Zonenordnung (BZO) entlang der Wehntalerstrasse. Seine zentrale Kritik: Die vorgesehene Verdichtung gehe zu weit und berücksichtige Quartierklima und Lebensqualität zu wenig.
Besonders stört den Verein, dass entlang der Wehntalerstrasse künftig deutlich höhere Gebäude möglich wären. Statt der heutigen Fassadenhöhe von 16,5 Metern könnten Neubauten bis zu 25 Meter hoch werden.
Dadurch drohe auf beiden Seiten der Strasse eine nahezu «geschlossene Häuserwand», wie es in der Einwendung heisst. Der Quartierverein befürchtet, dass wichtige Kaltluftströme vom Hönggerberg blockiert werden und sich die Hitze im Quartier staut.

Statt einer einheitlichen Aufzonung fordert er eine differenzierte Planung mit Lücken zwischen den Gebäuden, damit kühlende Luft weiter durchs Quartier strömen kann. Auch die Ausrichtung neuer Gebäude soll stärker auf den Hitzeschutz abgestimmt werden.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die Grün- und Freiräume. Zwar hält der städtische Erläuterungsbericht fest, Affoltern erfülle den Planungsrichtwert «im Durchschnitt». Der Quartierverein bezeichnet diese Aussage jedoch als irreführend.
Gerade entlang der Wehntalerstrasse und in Neuaffoltern fehlten schon heute Parks und öffentliche Freiflächen. Zusätzliche Wohnungen würden das Problem verschärfen. Deshalb fordert der Verein einen Nachweis, dass die Freiraumversorgung auch nach der Verdichtung ausreicht.
Schliesslich verlangt der Quartierverein eine «mikroklimatische Untersuchung», bevor die höheren Ausnützungsziffern in Kraft treten. Die Wehntalerstrasse sei als stark befahrene Hauptverkehrsachse besonders anfällig für eine «Hitzeschlucht».
Zwar anerkenne die Stadt selbst, dass dichte Bebauung entlang solcher Strassen die Temperaturen erhöhen könne, eine konkrete Untersuchung für die Wehntalerstrasse fehle jedoch. Der Verein verlangt deshalb, die Aufzonungen auszusetzen, bis die Auswirkungen auf Hitzebelastung, Luftzirkulation und Kaltluftkorridore geklärt sind.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt der Stadt Zürich» erschienen.







